Similarities — Kabinett der Ähnlichkeiten

Similarities, 2017, Ausstellungsansichten Katz x Cabinet, Courtesy Katz Contemporary Zürich

Similarities, 2017, Ausstellungsansichten Katz x Cabinet, Courtesy Katz Contemporary Zürich

Similarities, 2017, Ausstellungsansichten Katz x Cabinet, Courtesy Katz Contemporary Zürich

Similarities, 2017, Ausstellungsansichten Katz x Cabinet, Courtesy Katz Contemporary Zürich

Similarities, 2017, Ausstellungsansichten Katz x Cabinet, Courtesy Katz Contemporary Zürich

Similarities — Kabinett der Ähnlichkeiten

Zürich — Wunderkammer ist die Bezeichnung für die bisweilen opulenten Privatsammlungen der frühen Neuzeit, die allerlei Dinge miteinander zusammenführten. In ihnen spiegelte sich eine «vormoderne» Wissensordnung, in der Objekte, die aus heutiger Sicht praktisch nichts miteinander gemeinsam haben, aufgrund verschiedener «Ähnlichkeiten» neben, gegenüber- oder aneinandergestellt wurden. Wunderkammern sind also Ordnungsräume und genau ein solcher Ordnungsraum findet sich zurzeit in der Galerie Katz Contemporary.

Für eine Accrochage hat die Galerie die beiden Inhaber des Designerladens ‹Cabinet›, Nina und Jeroen van Rooijen, als Ko-Kuratoren eingeladen. Unter dem Ausstellungstitel ‹Similarities›. ist ein kurioses Mash-Up aus Galeriebestand, Ladeninventar und Sammlungsstücken der mit ‹Cabinet› verbandelten Zürcher «Wunderkammer» von Christoph Link entstanden. Während die Galerie allerlei Werke von rund zwanzig Künstler/innen einbringt, steuert der Laden sein Repertoire aus zeitgenössischer Design-Moderne und Vintage-Stücken bei. Die Objekte der Zürcher «Wunderkammer» bestehen vor allem aus tierischen Präparaten und wissenschaftsgeschichtlichen Artefakten. Präsentiert wird allerdings keine kunsthistorisch engagierte Untersuchung, sondern ein spielerisches Hantieren mit assoziativen Ähnlichkeitsprinzipien, die stellenweise durchaus an die echten Wunderkammern der Renaissance erinnern. So werden etwa dem Acrylbild der Schweizer Künstlerin Elisabeth Llach (*1970), das einen roh gemalten Affen auf giftgrünem Grund zeigt, eine Affenplastik des deutschen Künstlers Jörg Immendorf (1945-2007) gegenübergestellt. Dazu kommt ein Keramik-Objekt auf einem Sockel, das in eher kitschiger Manier einen nackten Mann mit Affen zeigt. Während das Spiel der Ähnlichkeiten auf einer formalen Ebene eher belanglos ausfällt, kommentieren sich die Dinge gegenseitig als Objekte: Es könnte sich bei ihnen genauso um Kunst- wie um Designobjekte handeln. Damit stellt sich die Frage, was es denn eigentlich heisst, wenn ein Gebrauchs- oder Alltagsobjekt in den White-Cube gestellt wird und ob dieses damit bereits Kunststatus erhält. Und zwar nicht als Ready-Made, sondern als oszillierendes Zwischenstück zwischen Werk und Gebrauchsgegenstand. Mit solchen Gegenüberstellungen, die wie kleine Inseln einen dichten Ausstellungs-Archipel bilden, gelingt es der Schau über das rein Emotional-spielerische hinauszugehen und die «moderne» Ordnung selbst zu thematisieren, die zwischen dem Status Kunst und Nicht-Kunst unterscheiden will. 

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