«Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke»

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Baugespanne über der Villa „Rosenheim“ und ihrem Anbau ©Ralph Feiner

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Baugespanne über der Villa „Rosenheim“ und ihrem Anbau ©Ralph Feiner

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Baugespanne über der Villa „Rosenheim“ und ihrem Anbau ©Ralph Feiner

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Baugespanne über der Villa „Rosenheim“ und ihrem Anbau ©Ralph Feiner

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Kundenhalle ©Beat Bühler

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Kundenhalle ©Beat Bühler

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Zweites Panoramafenster ©Ralph Feiner

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Zweites Panoramafenster ©Ralph Feiner

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Kundenhalle im Anbau mit Blick auf das mit Seil provisorisch befestigtem Bauvisier im Baum ©Ralph Feiner

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Kundenhalle im Anbau mit Blick auf das mit Seil provisorisch befestigtem Bauvisier im Baum ©Ralph Feiner

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Gravur in Panoramascheibe ©Ralph Feiner

Yves Netzhammer, «Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke», 2013, Gravur in Panoramascheibe ©Ralph Feiner

«Das Instrument des Horizontes / Die Partitur der Blicke»

Public Art

Hier ist etwas Neues geplant, hier ist Veränderung angesagt. Baugespanne überragen die Jugendstilvilla «Rosenheim» und den neu angegliederten Annexbau. Die Visiere markieren einen alles überragenden Neubau. Gross wird er sein, grösser als das jetzt Bestehende. Entspricht das der Bau- und Zonenordnung?

Auch im neuen Schalterraum der Bank macht sich die geplante Umgestaltung bemerkbar. Zwei massstäblich verkleinerte Visiere sind an die Decke montiert, die Stangen weisen nach unten, die Winkel hängen im Raum. Die Latten sind durch die zwei weiten Panoramafenster auf die Visiere im Aussenraum ausgerichtet. Doch diese Achsen markieren ein schwebendes Volumen. Der angezeigte Baukörper ist imaginär. Es ist die Idee eines Baus, sozusagen ein Luftschloss.

Der Künstler Yves Netzhammer greift mit seiner Kunst am Bau das Miteinander von Alt- und Neubau auf und deutet einen zukünftigen Bau an. Die Geschäftsstelle Diessenhofen besteht so aus drei Bauphasen. Phase 1: die Vergangenheit, der Altbau «Villa Rosenheim» von 1900; Phase 2: die Gegenwart, der Annexbau von 2013; und Phase 3: die Zukunft, ein Überbau, abgesteckt mit dem Baugespann. Tradition und Offenheit für Neues erscheinen vereint. 

Der Mensch ist immer am Planen. Die Zeit bringt neue Bauvorhaben. Projekte sind anfangs ungefähre Ideen, die zunehmend an Kontur gewinnen, bis sie möglichst plangetreu verwirklicht sind. Eine erste wackelige Vorstellung gibt das rote Visier im Baum, das mit einem Seil improvisiert am Stamm festgebunden ist. Genauere Angaben machen hingegen die auf den Dächern verschraubten silbernen Metallstangen. Die schwarzen Visiere im Schalterraum sind schon Teil einer konkretisierten Idee. Im perfekt durchgestalteten Innenraum, dessen plane Oberfläche lediglich präzis gesetzte Fugen durchziehen, werden die feinen Bauprofile Teil des linearen Netzes. Rahmenlose Glasflächen schweben über diesem glatten Interieur. Im Blickfeld zu den Baumkronen und zum Himmel ist einmal in feinen Lettern Die Partitur der Blicke,das andere Mal Das Instrument des Horizonteshingehaucht.

Die gelenkten Blicke und das erweiterte Denken werden im durchgestylten Raum mit einem weissen Plastikbeutel geerdet. Nur schnell an ein Visier gehängt, blieb er da vergessen und zeugt von den banalen täglichen Mühen im Schaffensprozess. Aus weiss gespritztem Aluminiumguss ist er, gegossen wie der schwarze Rabe auf dem Baugespann im Garten, ein augenzwinkernder Hinweis auf eine grössere Ordnung, in die sich jedes Projekt einfügen muss. 

Baugespanne sind Teil des amtlichen Baubewilligungsverfahrens. Für die Intervention von Yves Netzhammer erteilte die zuständige Behörde eine Erlaubnis zur periodischen temporären Errichtung. Das Kunstwerk wird regelmässig demontiert und eingelagert.

Datierung 
2013
Standort 
Bahnhofstrasse 30
8253 Diessenhofen
Schweiz
Künstler/innen
Yves Netzhammer

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