Gewässerschutzplastik

Gillian White, Gewässerschutzplastik, Stützmauer Ländiweg, Bahnhofquai Olten

Gillian White, Gewässerschutzplastik, Stützmauer Ländiweg, Bahnhofquai Olten

Gewässerschutzplastik

Public Art

Gillian Whites Arbeit, die heute verblichen ist und auf eine Restaurierung wartet, verblüfft in mehrerlei Hinsicht. Zum einen trägt die seit 1970 an der Natursteinmauer des Aareufers direkt angebrachte Skulptur einen eigentümlichen Namen. Das als «Gewässerschutzplastik» bezeichnete Werk – die fünf Wellen symbolisieren mit ihren Farben von Gelbgrün bis Blau den Reinigungsprozess des Wassers – entstammt nämlich einem Wettbewerb, der 1969 ausgerichtet wurde, kurz vor Whites Übersiedelung in die Schweiz. Die Engländerin, die vom Tanz her zur Kunst kam und in London und Paris studiert hatte, gewann damit ihren ersten Wettbewerb für ein öffentlich platziertes Kunstwerk. Später sollten noch viele Kunst am Bau-Aufträge und Werke für den öffentlichen Raum folgen. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb von einem «Aktionskomitee zur Schaffung einer Erinnerungsplastik für den Gewässerschutz in Olten». Sie wollten zur Erinnerung an den Bau dreier Kläranlagen die Menschen darauf hinweisen, dass «das Wasser zu schützen ist und den Seen, Flüssen und Bächen durch energische Sanierungsmassnahmen geholfen werden muss».

Überraschend ist auch das von Gillian White für die «Gewässerschutzplastik» gewählte Material. Bekannt wurde die Künstlerin später nämlich mit monumentalen, architektur- und landschaftsprägenden Skulpturen aus Eisen, vornehmlich aus Corten-Stahl, die mit einem ausgesprochenen Gefühl für Rhythmus und Verläufe sowie der präzisen Platzierung in der Umgebung beeindrucken.

Die «Gewässerschutzplastik» ist auch ein wichtiger Zeitzeuge für die ökologische Situation jener Zeit, als die Flüsse zunehmend verschmutzt waren und viele Seen wegen hoher Nährstoffkonzentration zu ersticken drohten. 1971 wurde die Abwasserreinigung gesetzlich vorgeschrieben. Andererseits steht der verwendete Polyester auch für eine Zeit, die den Kunststoff als Material für den Alltag entdeckte. Heute ist der biologisch nicht abbaubare Werkstoff selbst zu einem grossen Problem geworden, da er das sogenannte Mikroplastik erzeugt, das von den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden kann und damit in die Umwelt gelangt. Aber das ist eine andere Geschichte.

 
Technik 
Polyesterplastik
Datierung 
1970
Objektmasse 
600 x 270 x 50
Material 

Polyester

Standort 
Bahnhofquai
Stützmauer Ländiweg
4600 Olten
Schweiz

Die Broschüre "Kunst in Olten - 5 Spaziergänge zu 83 Werken in der Stadt" kann beim Kunstmuseum Olten, Olten Tourismus und im Stadthaus gratis bezogen werden. Sie wurde dank eines anonymen Spenders realisiert. 

Künstler/innen
Gillian White

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