Grosse Skulptur

Fritz Wotruba, Grosse Skulptur, 1972, Skulptur, Ruskitza-Marmor, 218x101,5x95 cm, Kunsthaus Zug, Dorfstrasse 27, Kunsthaus Zug, Dauerleihgabe der Fritz Wotruba Privatstiftung, Wien, Depositum Lucy Wotruba 

Fritz Wotruba, Grosse Skulptur, 1972, Skulptur, Ruskitza-Marmor, 218x101,5x95 cm, Kunsthaus Zug, Dorfstrasse 27, Kunsthaus Zug, Dauerleihgabe der Fritz Wotruba Privatstiftung, Wien, Depositum Lucy Wotruba 

Fritz Wotruba, Grosse Skulptur, 1972, Skulptur, Ruskitza-Marmor, 218x101,5x95 cm, Kunsthaus Zug, Dorfstrasse 27, Kunsthaus Zug, Dauerleihgabe der Fritz Wotruba Privatstiftung, Wien, Depositum Lucy Wotruba 

Fritz Wotruba, Grosse Skulptur, 1972, Skulptur, Ruskitza-Marmor, 218x101,5x95 cm, Kunsthaus Zug, Dorfstrasse 27, Kunsthaus Zug, Dauerleihgabe der Fritz Wotruba Privatstiftung, Wien, Depositum Lucy Wotruba 

Grosse Skulptur

Public Art

Zu bewundern ist die Grosse Skulptur des Wiener Bildhauers, die heute auf der Wiese hinter dem Kunsthaus Zug steht. Der weisse Rusitzka-Marmor der Plastik zieht alle Blicke auf sich. Grosse Skulptur zeigt die Vorliebe Wotrubas für klare Formen. Die Plastik mit den vielen Kanten und kubischen Elementen ist eine kräftige Arbeit des Künstlers. Sie fasziniert Besucher darüber hinaus mit der ihr eigenen Leichtigkeit und Eleganz.

Die Grosse Skulptur von Fritz Wotruba lässt sich im halböffentlichen Garten zwischen dem Kunsthaus und der historischen Stadtmauer entdecken. In der Wiese auf einem flachen Sockel ist die Skulptur aus weissem Ruskitza-Marmor platziert. Aus dem Stein sind Quader gehauen, die in der grösse und Form variieren. Sie stehen gerade oder sind schräg abgekippt und erscheinen wie willkürlich aufeinandergetürmt. Die Bearbeitungsspuren sind sichtbar. Der Stein ist an den Übergängen einer Quader zum anderen teilweise unpräzise bearbeitet. Dadurch wird die bildhauerische Arbeit des Herausarbeitens der Skulptur aus dem Marmorblock erahnbar. Die charakteristische Bearbeitung verleiht dem formklaren Objekt in heller Farbe und aus hartem Material einen weichen, skizzenhaften Charakter. Betrachtet man die Skulptur aus einer gewissen Distanz, erinnert sie an eine gehende Person, deren Kopf, Rumpf, Beine und Füsse durch die aufgetürmten Kuben in abstrahierter Form gebildet sind. Die präzisen und subtilen Formen sowie deren Reduktion auf das Wesentliche sind ein wichtiges Merkmal von Wotrubas Werken.

Fritz Wotruba und seine Frau Marian hatten während ihrer Exilzeit in Zug von 1938/39-1945 eine sehr enge Freundschaft mit dem Sammlerehepaar Fritz und Editha Kamm begründet, welche von lebenslangem Bestand sein sollteAuch die Zuger Kunstgesellschaft pflegte einen intensiven Kontakt mit Wotruba, kaufte Werke an und veranstaltete Ausstellungen mit ihm. Zeugnis dieser langen und tiefen Freundschaft sind die zahlreichen Werke in der Stiftung Sammlung Kamm, die grösstenteils mit Beratung des Künstlers erworben wurden. Die Bestände der Zuger Kunstgesellschaft, der Stiftung Sammlung Kamm sowie Dauerleihgaben bilden neben dem von der Fritz Wotruba Privatstiftung im 21er Haus in Wien verwalteten Nachlass die wichtigste öffentliche Sammlung von Werken des Künstlers.

Fritz Wotruba (1907-1975) wurde in Wien geboren. Von 1926 und 1929 studierte er Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule in Wien. Aus politischen und wirtschaftlichen Gründen verliess er 1933 zusammen mit seiner Frau Marian sein Heimatland; von 1938 bis 1945 lebte das Ehepaar Wotruba in Zug im Exil. Wotrubas Atelier an der Weinbergstrasse 4 in Zug war ein beliebter Treffpunkt vieler Künstler und Intellektueller. Durch seine Exiljahre in Zug während des Zweiten Weltkrieges schloss Fritz Wotruba enge Freundschaften in der Stadt und grosse Unterstützung und Wertschätzung erfuhr, blieb im Grunde seines Herzens immer Wiener. Kurz nach dem Krieg kehrte er in die Hauptstadt zurück. Hier war er an die Akademie der Bildenden Künste berufen worden, wo er bis zu seinem Tod eine Meisterschule für Bildhauerei leitete. Wotruba nahm die Anregungen der Schweizer Kunstschaffenden und Intellektuellen auf, konnte seine Schaffenskrise während des Krieges aber erst nach Wien zurückgekehrt überwinden und die vielen Eindrücke umsetzen. Wotruba wurde sechs Mal an die Biennale von Venedig eingeladen. Seine Werke zeigte er an zahlreichen Ausstellungen in Österreich, Deutschland, Frankeich, Italien, den USA und der Schweiz. 

Datierung 
1972
Objektmasse 
218 x 101,5 x 95
Standort 
Kunsthaus Zug
Dorfstrasse 27
6300 Zug
Schweiz
Autor/innen
Jacqueline Falk
Künstler/innen
Fritz Wotruba

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