Jesus und die Jünger

Walter F. Haettenschweiler, Jesus und die Jünger, 1968, Relief, Eiche, diverse Masse, reformierte Kirche Zug, Alpenstrasse, Eigentum Reformierte Kirche & Kanton Zug

Walter F. Haettenschweiler, Jesus und die Jünger, 1968, Relief, Eiche, diverse Masse, reformierte Kirche Zug, Alpenstrasse, Eigentum Reformierte Kirche & Kanton Zug

Jesus und die Jünger

Public Art

In der reformierten Kirche Zug findet sich die mehrteilige Holzskulptur Jesus und die Jünger von Walter Haettenschweiler. Das Relief aus Eichenholz besteht aus dreizehn beinahe lebensgrossen Figuren, die in losen Abständen zueinander an der Nordwand montiert sind. Zentral und wenig erhöht ist Jesus dargestellt. Um ihn herum scharen sich seine Jünger, die Blicke auf ihn gerichtet. Die flächigen Holzfiguren zeichnen sich durch die schematischen Konturen und Formen aus. Sie sind aus gebrauchten und verleimten Eisenbahnschwellen geschaffen. An den fein ausgearbeiteten Oberflächen sind die Nahtstellen sowie Gebrauchsspuren sichtbar. Das mehrteilige Relief aus Holz schmückt und akzentuiert die weisse Wand. Es hebt sich dezent von dieser ab, gleichzeitig finden die runden Formen ihre Fortsetzung in den Bogenformen der Architektur. Die Figuren wurden 1968, anlässlich der im Hinblick auf eine antihierarchische Kirche erfolgten Umgestaltung des Innenraums, geschaffen. Dieser sollte neu flexibel nutzbar, übersichtlich und zentralisiert sein, dies mit der Absicht, die Gläubigen zur aktiven Teilnahme am gottesdienstlichen Geschehen anzuregen. Bei der dabei vorgenommenen Neuausrichtung von Westen nach Norden wurde die Kanzel vor die Nordwand verlegt. Das Werk Jesus und die Jünger ziert seither diese Wand und wurde auch nach der Innenraumrestaurierung 2004 / 2005, bei der die ursprüngliche Orientierung des Kirchenraums nach Westen wiederhergestellt wurde, dort belassen.

Walter Haettenschweiler (1933-2014) wurde in Zug geboren. Er besuchte von 1950 bis 1955 die Kunstgewerbeschule Zürich und widmete sich der Typografie sowie der Gestaltung von Plakaten oder Briefmarken. Mitte der 1950er-Jahre gründetet er sein eigenes Atelier und befasst sich vorerst hauptsächlich mit der Gestaltung von Schriften und Firmenlogos. Zusammen mit Armin Haab entwarf er 1954 die bekannte Schriftart «schmalfette grotesk» und schuf die die vierbändige Mustersammlung «Lettera», entstanden zwischen 1954 und 1972, einem Standardwerk in Sachen Schriftensammlung. Als bildender Künstler schuf er zahlreiche Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen und diverse Kunst- und Bauprojekte. Darüber hinaus war er als Verleger und Galerist tätig.

Datierung 
1968
Objektmasse 
Andere 
Diverse Masse
Material 

Relief, Eiche

Standort 
Reformierte Kirche Zug
Alpenstrasse
6300 Zug
Schweiz

Eigentum Reformierte Kirche & Kanton Zug

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