Kilian Rüthemann, Brand, 2010

Kilian Rüthemann, «Brand», 2010, Embrach, Foto: Christian Schwager

Kilian Rüthemann, «Brand», 2010, Embrach, Foto: Christian Schwager

Kilian Rüthemann, «Brand», 2010, Embrach, Foto: Christian Schwager

Kilian Rüthemann, «Brand», 2010, Embrach, Foto: Christian Schwager

Kilian Rüthemann, «Brand», 2010, Embrach, Foto: Christian Schwager

Kilian Rüthemann, «Brand», 2010, Embrach, Foto: Christian Schwager

Kilian Rüthemann, «Brand», 2010, Aneinander- und auseinandergeschobene Lamellen

Kilian Rüthemann, «Brand», 2010, Aneinander- und auseinandergeschobene Lamellen

Kilian Rüthemann, Bearbeitung der Holzlamellen für den Aussenbereich über dem Eingang

Kilian Rüthemann, Bearbeitung der Holzlamellen für den Aussenbereich über dem Eingang

Kilian Rüthemann, Fertige Brandspur an zusammengeschobenen Lamellen

Kilian Rüthemann, Fertige Brandspur an zusammengeschobenen Lamellen

Raiffeisen Geschäftsstelle Embrach, Foto: Christian Schwager

Raiffeisen Geschäftsstelle Embrach, Foto: Christian Schwager

Kilian Rüthemann, Brand, 2010

Public Art

In der Schalterhalle der Raiffeisen Geschäftsstelle Embrach hat sich ein grosses Brandmal in die hellen Lamellen der Längswand „hineingefressen“. Licht- und Schattenstreifen der vertikal aneinandergereihten Holzleisten bringen die ganze Wand zum Flimmern. Darin vibriert der runde Fleck wie eine schwarze Sonne, und sein Hof aus Rauchablagerungen und Hitzespuren schimmert wie eine Aureole. Das Kunstwerk „Brand“ von Kilian Rüthemann (*1979) ist minimalistisch und brachial zugleich. In den angesengten Hölzern kontrastiert die Ästhetik des Brandflecks mit der zerstörerischen Kraft des Feuers, die Robustheit der Struktur mit der Verletzlichkeit des Materials. Paradox zeigt sich so die Schönheit von Gewalt.

Der gelernte Steinbildhauer Kilian Rüthemann griff für seine Kunstintervention das Leitthema des architektonischen Entwurfs auf: die Lamellen. Explizit definiert als möglicher Interventionsort, treten diese im umgebauten Wohnblock aus den 1970er Jahren zum einen in der Deckenstruktur des prägnanten hölzernen Vorbaus des Ladenlokals auf. Als Akustikelemente dominieren sie zum anderen den Innenausbau der Kundenhalle und des Grossraumbüros im ersten Stock. Ein erstes kleines Brandmal begrüsst die Besucher bereits über dem Eingang. Im Schalterraum treffen sie dann auf das eingangs beschriebene monumentale Brandzeichen, das im Obergeschoss noch einmal aufgenommen wird und dort in zweifacher Ausführung die Mitarbeiter begleitet.

Für die Ausführung der archaischen Medaillons richtete Kilian Rüthemann einen Flammenherd gezielt auf die zu einer Fläche zusammengeschobenen Lamellen. In einem Prozess der überwachten Unkontrolliertheit lenkte er das Feuer intuitiv über die Holzleisten, die schon fertig lasiert und gebohrt auf die Endmontage warteten und vorsichtshalber in doppelter Anzahl gefertigt worden waren. Bei der Bearbeitung zeigten die grau lasierten, wetterresistenteren Fichtenhölzer des Aussenbereichs andere Brenneigenschaften als die weiss lasierten, stark gemaserten Eschenhölzer für Innen. Um sicherzugehen, dass sich die Brandmale gemäss ihrem architektonischen Kontext ausbreiten, bearbeitete der Künstler die Lamellen in ihrer vorgesehen Lage: die Hölzer über dem Eingang waagrecht liegend von unten, jene für die Wände vertikal stehend. Mit einem Hochdruckreiniger und einer Stahlbürste wurden anschliessend lose Asche und Kohle ausgewaschen. Zuletzt wurde ein Lack aufgetragen, um Kohlepartikel oder Brandgeruch in den Bankräumen zu vermeiden.

Wettbewerb und Ausführung 2010

Datierung 
2010
Standort 
Dorfstrasse 76
8424 Embrach
Schweiz
Künstler/innen
Kilian Rüthemann

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