Luftleiter

Quido Sen, Luftleiter, 1992, Installation, Fichtenholz und Stahlseile lackiert, 13x3,8 m, Gubelstrasse 11, Eigentum Konsortium Hodel / Weber

Quido Sen, Luftleiter, 1992, Installation, Fichtenholz und Stahlseile lackiert, 13x3,8 m, Gubelstrasse 11, Eigentum Konsortium Hodel / Weber

Quido Sen, Luftleiter, 1992, Installation, Fichtenholz und Stahlseile lackiert, 13x3,8 m, Gubelstrasse 11, Eigentum Konsortium Hodel / Weber

Quido Sen, Luftleiter, 1992, Installation, Fichtenholz und Stahlseile lackiert, 13x3,8 m, Gubelstrasse 11, Eigentum Konsortium Hodel / Weber

Luftleiter

Public Art

Das Wohn- und Geschäftshaus an der Kreuzung Gubelstrasse-Lauriedstrasse, das sogenannte Tektronikhaus, würde einem kaum auffallen, reckte sich nicht Quido Sens Luftleiter zwischen zwei Hausfassaden, die im rechten Winkel aufeinandertreffen, empor. Die Installation Luftleiter greift über Eck an zwei Hausfassaden des Gebäudes, das Ende Siebziger Jahre von Weber Kohler Reinhardt Architekten realisiert wurde. Die Luftleiter ist in ein umgekehrtes Ypsilon eingespannt, deren Aufhängung aus roten Stahlseilen besteht. Die Stufen sind aus Fichtenholz. Farblich heben sich Stränge und Leiterstufen markant von der grauen Fassadenfläche aus Keramikplatten ab. Die leichte Linksdrehung, welche die parallellaufenden Seilstränge versetzt, kontrastiert zur starren Geometrie des rechten Winkels des Gebäudes. Äusserst interessant ist Sens Luftleiter für Besucher auch deshalb, weil die elegante und leichte Installation den wuchtigen Dimensionen des Gebäudes widerspricht. Die Luftleiter wirkt wie eine Zeichnung im Raum und schafft einen farblichen Kontrast zu den hellgrauen Keramikplatte. Je nach Lichteinfall bilden die Schattenwürfe der Seile zusammen mit dem Raster der Platten raffinierte geometrische Muster. 

Quido bricht mit seinem ortsspezifischen Werk Luftleiter die Stille des Ortes auf und gibt dem Zwischenraum eine neue Funktion und Bedeutung. Dabei treten Architektur und Installation in einen Dialog, und die Betrachterin und der Betrachter werden zum aktiven Schauen eingeladen. Der Künstler erklärt, er habe den Raum aus seiner «Lethargie» erwecken wollen: «Der Ort war durch seine Stille fast unsichtbar. Jahrelang ist man herumgegangen, ohne zu merken, dass sich dort zwei vertikale dominante Flächen begegnen, die einen Raum definieren.» Durch seine Installation reduziert Sen die Aussenwandflächen nicht zum Hintergrundbild, sondern bezieht sie aktiv ins Geschehen ein. So greift die der Luftleiter innewohnende Dynamik auf ihren Rahmen über und belebt den visuellen Raum an der Lauriedstrasse auf einzigartige Weise. Luftleiter war das erste Kunst-am-Bau-Werk Quid Sens, der vornehmlich interaktive und akustische Installationen entwickelt.

Quido Sen wurde 1948 in Ostrava, Tschechien geboren und lebt und arbeitet in Zug. Er studierte Elektroingenieur an der tschechischen Technischen Universität Prag und der ETH Zürich. An der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien bildete er sich in der Bildhauerklasse weiter und erhielt verschiedene Stipendien. Er verbrachte Studienaufenthalte u. a. in Paris, New York und Minnesota. 2005 wurde er für einen Atelieraufenthalt im Atelier des Kantons Zug in Berlin ausgewählt. Sen ist mit seinem Werk an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsent. 

Datierung 
1992
Objektmasse 
13 x 3.8
Standort 
Gubelstrasse 11
6300 Zug
Schweiz
Autor/innen
Jacqueline Falk
Künstler/innen
Quido Sen

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