MAGMA

Fotos: Serge Hasenböhler

Fotos: Serge Hasenböhler

MAGMA

Public Art

Fast filigran wirken auf den ersten Blick die weiss-silbern glänzenden Flüsse, die der Monumentalität der Betonfassade entlang nach unten eilen und ihr ein dynamisches Element verleihen. Saskia Edens interveniert an den drei Wasserläufen an der Aussenhülle des Schulturms und schafft einen offensichtlichen Gegenpart zur soliden Festung. Das leichte und dennoch schwer fliessende Aluminium erinnert jedoch auch daran, dass der Charakter des Betons keineswegs das Unflexible und Starre ist. Nicht der Brutalität zuliebe, sondern im Anspruch, dem verwendeten Material „sein Gesicht“ zu lassen und es vielmehr hervorzuheben, liessen die Architekten Förderer, Otto und Zwimpfer ihre Fassade roh (brut), so dass sich die Werkprozesse des Schalens und Giessens nicht übersehen lassen. Feine Holzlatten mit ihrer zarten Maserung haben sich am Bauwerk abgedruckt und relativieren beim genaueren Hinsehen seine Wehrhaftigkeit.

„Béton brut“ und „Aluminium brut“. Saskia Edens nimmt mit ihrer Materialgeste jene der Brunnmattarchitekten auf und setzt den Charakter des Aluminiums neben dessen des Betons. Sie ist aber auch Performance-Künstlerin. In der Bearbeitung des Materials für ihr Kunstwerk sah sie somit durchaus auch performative Elemente: „Die angewandte Technik besteht aus flüssigem Aluminium, das auf Oberflächen und Gegenstände gespritzt wird: Diese Geste ist eine starke Handlung, die schliesslich als wesentlicher Bestandteil des endgültigen Werks sichtbar bleibt. Der Schaffensprozess erinnert an einen Vulkanausbruch. Auch hier sind grosse Kräfte am Werk, Hitze und Luftdruck entweichen in extrem hoher Geschwindigkeit. Die gewöhnliche Methode, eine Skulptur herzustellen, dauert  sehr lange. Es ist ein Prozess, der aus mehreren Phasen besteht. Im Vergleich dazu hat das Schleudern von flüssigem Metall eine performative Dimension: Diese Aktion ist plötzlich, schnell und direkt und erfordert höchste Konzentration und Präzision bei der Ausübung.“

Informationen zur Entstehung
Der markante Schulhausbau Brunnmatt ist ein bedeutender Zeitzeuge des «New Brutalism». Die Anlage entstand 1963 als Oberstufenschule mit Aula und Musikschule. An der nahen Gundeldingerstrasse ergänzten ein Kinderhort und ein Kindergarten das Ensemble. Hinsichtlich seiner Umwandlung in ein Primarschulhaus, nachhaltigerer Energienutzung und Instandstellung verschiedener Gebäudeteile musste der bald fünfzigjährige Bau 2011 bis 2014 einer Sanierung unterzogen werden. Dabei sollte auch die Ästhetik des denkmalgeschützten Baus dem Urzustand wieder näher gebracht werden. Im Rahmen dieser baulichen Massnahmen schrieb der Kunstkredit Basel-Stadt zusammen mit dem Bau- und Verkehrsdepartement einen Kunst-und-Bau-Wettbewerb aus, den Saskia Edens mit ihrem Projekt „MAGMA“ gewann.

Für die Ausarbeitung und Ausführung standen CHF 130 000 aus dem Baukredit zur Verfügung. Die Jury waren die Mitglieder der Kunstkreditkommission Basel-Stadt, Flavio Tiburzi (Primarschule Basel), Alan Wakefield (Bau- und Verkehrsdepartement Basel) und Stefan Bringolf (Fierz Architekten Basel).

Datierung 
2011
Standort 
Brunnmattschulhaus
Ingelsteinweg 6
4053 Basel
Schweiz

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an: Präsidialdepartement, Abteilung Kultur, Kunstkredit, Livia Möckli, Marktplatz 30a, 4001 Basel, Telefon +41 (0)61 267 43 16, E-Mail: livia.moeckli@bs.ch

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