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Public Art

Die über drei Meter hohe Holzskulptur von Raffael Benazzi befindet sich im Einkaufszentrum Metalli, das von 1984-1987 von Hafner + Wiederkehr und Partner Architekten realisiert wurde. Hoch schwebend, auf einen Sockel gehoben, setzt sie einen formalen Schlusspunkt des grossen Innenhofes des Metalli, der quasi als städtischer Quartierplatz fungiert. Die grosse Holzskulptur lässt formal an eine Knospe denken: Blätterartige Formen scheinen aus dem Schaft herauszuwachsen. Benazzi setzt mit diesem Kunstwerk einen formalen und materiellen Kontrast zur 80er Jahre-Architektur aus Stahl, Glas und Stein. Seit den 1960er Jahren arbeitete Benazzi mit besonderer Vorliebe mit Holz. Die mit der Motorsäge grob zugeschnittenen Formen verfeinerte er, glättete die Oberfläche und schwärzte diese zum Schluss mit einem Lötbrenner. Benazzi liess sich durch Constantin Brancusis (1876-1957) Plastiken inspirieren, die sich durch ihre formale Abstraktion und die reine Oberfläche auszeichnen. Allerdings wollte er im Gegensatz zu Brancusi die vollkommene Form aufbrechen und das Innere freigeben. Mit ihrer organischen und gleichzeitig präzisen und reduzierten Formensprache ist die Skulptur im Einkaufszentrum Metalli eines der von der Minimal und der Concept Art beeinflussten Werke Benazzis. Durch die Schwarzfärbung der Holzoberfläche wird die natürliche Form und Maserung des Holzes gedämpft, was zu einer verstärkten Abstraktion führt.

Raffael Benazzi lebt und arbeitet in Zürich und in San Vincenzo in Italien und erhielt 1966 den Hans-Arp-Preis. In den 1970er Jahren machte er Studienaufenthalte in den USA und fand durch die Auseinandersetzung mit der Minimal und Concept Art zur formalen Reduktion. Er schuf zahlreiche Werke im öffentlichen Raum und zeigte seine Werke an diversen Ausstellungen im In- und Ausland.

Technik 
Plastik
Datierung 
1987
Objektmasse 
325 x 90 x 90
Material 

Holz

Standort 
Einkaufszentrum Metalli
Industriestrasse 15b
6300 Zug
Schweiz

Privateigentum

Künstler/innen
Raffael Benazzi
Autor/innen
Jacqueline Falk

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