Ohne Titel

Josef Rickenbacher, Ohne Titel, 1954, Brunnen, Jurakalk, 183x242x250 cm, Schulhaus Guthirt, Mattenstrasse 2, Eigentum Stadt Zug 

Josef Rickenbacher, Ohne Titel, 1954, Brunnen, Jurakalk, 183x242x250 cm, Schulhaus Guthirt, Mattenstrasse 2, Eigentum Stadt Zug 

Ohne Titel

Public Art

Auf dem Pausenplatz des Schulhauses Guthirt, zwischen dem Alt- und dem Neubau, von Architekt Godi Cordes (1952-1955) resp. Roefs Architekten (2013) realisiert, steht der Brunnen Ohne Titel von Josef Rickenbacher. Der grosse, rechteckige und flache Brunnentrog und die darauf platzierte Figur sind aus Jurakalk geschaffen. In der einen Hälfte des Trogs befindet sich eine Mulde, die das Wasser aus der darin befindlichen Röhre aufnimmt. Auf der anderen, flach ausgearbeiteten Hälfte ist eine Figur platziert. Dargestellt ist ein Mann, der abgedreht liegt, den Kopf aufrichtet und den übereinanderliegenden Beinen anwinkelt. Er stützt sich auf den Ellbogen und umschliesst mit beiden Armen ein kleines Schaf. Die Formen sind organisch und abstrahiert, die Oberflächen handwerklich fein bearbeitet.

Ursprünglich wurde das Werk zum Altbau von 1952-1955 komponiert. Heute korrespondiert es mit dem Neubau von 2013. In seiner dezenten Form und Farbe integriert sich der Brunnen ins historisch gewachsene bauliche Ensemble. Die ruhende, männliche Figur mit dem Schäfchen nimmt Bezug auf den Namen des Quartiers und Schulhauses: Guthirt. Der Brunnen lädt ein, sich zu erfrischen und inne zu halten. Er ist der erste von zahlreichen weiteren Brunnen auf der Schulanlage, die Josef Rickenbacher realisiert hat. Es war ihm immer ein grosses Anliegen, Freiräume im Kontext der Architektur optimal zu gestalten und so einen künstlerischen Akzent zu setzen.

Josef Rickenbacher (1925-2004) wurde in Steinen (SZ) geboren. Von 1942 bis 1946 absolvierte er eine Bildhauerausbildung an der Kunstgewerbeschule in Luzern. Anschliessend arbeitete er im Grabmalatelier Jeker in Bern sowie bei den Bildhauern Karl Geiser in Zürich und Albert Schilling in Arlesheim (BL). 1949 übernahm er das Atelier von Fritz Wotruba in Zug. Wiederholt bezeichnet Josef Rickenbacher das freie Schaffen als «Dessert», denn «da kann man sich erholen, da trifft man sich selber, kann sich geben, wie man ist. Freies Schaffen widerspiegelt, wie es um einen steht, was du bist. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, dass man wirklich frei ist und sich von allem ringsum lösen kann.» Ebenso plädierte der Bildhauer immer wieder für das Risiko, das er als Freischaffender schon früh selber eingegangen war. 1983 erhielt er den Kulturpreis des Kantons Zug. Mit seinem Werk ist er im öffentlichen und sakralen Raum in der ganzen Schweiz präsent. 

Datierung 
1954
Objektmasse 
183 x 242 x 250
Standort 
Schulhaus Guthirt
Mattenstrasse 2
6300 Zug
Schweiz
Autor/innen
Jacqueline Falk
Künstler/innen
Josef Rickenbacher

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