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Public Art

In der Bibliothek Zug, an der Decke des Zeitschriftenraums, befindet sich die Wandmalerei von Andreas Walser, welche nach dem Um- und Neubau von 1986 realisiert worden ist. Auf dem hohen, wenig schiefen Tonnengewölbe, das noch zum Ursprungsbau von 1530, dem ehemaligen Kornspeicher, gehört, ist auf dem weissen Verputz eine grossflächige Malerei aufgebracht. Die hellblaue, in der Deckenmitte in Sfumato-Manier aufgetragene Grundierung läuft nach aussen aus. Darauf ist zentral ein Gebilde aus geometrischen und floralen Formen, einer Wappenkartusche ähnlich, aufgemalt. An den Rändern und in den Ecken der Decke sind abstrahierte Blatt- und Blütenmotive erkennbar, die an die Gewölbemalereien von 1555 in der Kirche St. Oswald erinnern. Die Motive auf dem Gewölbe in der Bibliothek sind in den Farben Rot, Gelb, Grün, Blau, Weiss, Schwarz und Gold gehalten. Die Vergoldungen hat Kathrin Durheim aufgetragen. Die Gewölbemalerei von Andreas Walser erinnert in ihrer Farbigkeit und abstrahierten Formensprache an eine modern interpretierte mittelalterliche Wandmalerei oder Miniatur. Sie ähnelt einem Teppich, der sich wie ein Tuch über die gewölbte Fläche spannt. Während bei barocken Deckenmalereien eine Öffnung zum Himmel suggeriert wird, ist hier die Decke kunstvoll verhüllt und verschlossen. Dies bewirkt, dass der Gewölbescheitel optisch gedrückt wird und ein kompakter, ausgewogener Raumeindruck entsteht. 

Andreas Walser wurde 1938 in Quinten (SG) geboren. Er lebt mit Kathrin Durheim in Gordevio (TI). Nach einer Lehre als Flachmaler absolvierte er von 1957 bis 1959 die Kunstgewerbeschule Luzern. Ab 1960 war er als Steinmetz und Steinrestaurator sowie als freier Künstler tätig. Über Jahrzehnte war Walser im Vorstand der Zuger Kunstgesellschaft engagiert. 1963 erhielt er das Stipendium der Kiefer-Hablitzelstiftung. Er realisierte verschiedene Kunst-am-Bau-Projekte und zeigte seine Werke an Ausstellungen v. a. in der deutschen Schweiz. 

Datierung 
1987
Objektmasse 
670 x 900
Standort 
Bibliothek Zug
St.-Oswalds-Gasse 21
6300 Zug
Schweiz
Autor/innen
Jacqueline Falk
Künstler/innen
Andreas Walser

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