Ohne Titel (Glasfenster Abdankungshalle Ostfriedhof)

Ferdinand Gehr, Ohne Titel (Glasfenster Abdankungshalle Ostfriedhof), 1967, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Ferdinand Gehr, Ohne Titel (Glasfenster Abdankungshalle Ostfriedhof), 1967, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Ferdinand Gehr, Ohne Titel (Glasfenster Abdankungshalle Ostfriedhof), 1967, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Ferdinand Gehr, Ohne Titel (Glasfenster Abdankungshalle Ostfriedhof), 1967, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Ferdinand Gehr, Ohne Titel (Glasfenster Abdankungshalle Ostfriedhof), 1967, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Ferdinand Gehr, Ohne Titel (Glasfenster Abdankungshalle Ostfriedhof), 1967, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Ferdinand Gehr, Ohne Titel (Glasfenster Abdankungshalle Ostfriedhof), 1967, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Ferdinand Gehr, Ohne Titel (Glasfenster Abdankungshalle Ostfriedhof), 1967, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Ohne Titel (Glasfenster Abdankungshalle Ostfriedhof)

Public Art

Der Baumeister Alfred Cuttat errichtete 1908 für den St.Galler Ostfriedhof die Abdankungshalle als eingeschossigen Bau mit Sandsteinfassade, Zeltdach und kleinem Tambour auf dessen Spitze. 1967 fanden die ersten grossen baulichen Veränderungen des Innenraums statt. Das ursprüngliche Tonnengewölbe wurde durch eine dunkle Holzdecke abgedeckt, die Lisenen an den Wänden abgeschlagen, die Korbbögen begradigt, die Kronleuchter entfernt und ein raumfassender Wandtäfer angebracht. Die eher nüchterne Raumgestaltung widerspiegelten den damaligen Zeitgeist. 
Ferdinand Gehr, der in den 1960er-Jahren bereits zahlreiche künstlerische Arbeiten für Sakralräume ausgeführt hatte, gestaltete im Zuge des Umbaus sechs doppelflügelige Glasfenster. Sein Entwurf, der in der 1935 gegründeten Glasmalerei Engeler in Andwil ausgeführt wurde, fiel aufgrund des dominanten Gitterrasters der Fenster und der nüchternen Raumatmosphäre bewusst zurückhaltend aus. Der Künstler verzichtete gänzlich auf illustrative Elemente und konzentrierte sich auf die Farbgebung und eine klare kompositorische Struktur. Die Grundflächen der oberen und unteren Fensterpartien sind in einem kühlen Blau gehalten und werden von horizontal liegenden roten Balken unterteilt. Die mittleren Flächen erscheinen in hellen Grüntönen mit vertikal verlaufenden roten Balken. Gehr betrachtete die Gesamtkomposition als in Moll gestimmt; einzelne Dur-Klänge sollten stark abstrahierte Symbole in Weiss, Gelb und Rot beisteuern: Eine Blume, ein Kreuz, ein Stern, ein keimendes Samenkorn, eine Taube. In der reduzierten Bildsprache drückt sich eine dem Raum und seiner Nutzung angemessene Stimmung aus. Bei einer weiteren Umgestaltung des Abdankungsraums 2004/05 blieben die Glasfenster von Ferdinand Gehr als wichtiger Bestandteil, während viele der 1967 getroffenen baulichen Massnahmen revidiert wurden. (Text: Stefanie Kasper, Dezember 2020)

 

Technik 
Glasfenster
Datierung 
1967
Objektmasse 
je 275 x 230
Material 

Bleiverglasung, pro Längswand drei Doppelflügelfenster

Standort 
40 Kesselhaldenstrasse
9016 St. Gallen
Schweiz

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