Rückgrat

HR Fricker, Rückgrat, 1996, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

HR Fricker, Rückgrat, 1996, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

HR Fricker, Rückgrat, 1996, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

HR Fricker, Rückgrat, 1996, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

HR Fricker, Rückgrat, 1996, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

HR Fricker, Rückgrat, 1996, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

HR Fricker, Rückgrat, 1996, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

HR Fricker, Rückgrat, 1996, Kunst im öffentlichen Raum der Stadt St.Gallen, Fotografie: Anna-Tina Eberhard, St.Gallen

Rückgrat

Public Art

So unscheinbar die 12 x 12 Zentimeter grossen Messpunktplatten auch sein mögen – hat man die überraschenden Ortsbezeichnungen, die an scheinbar willkürlichen Stellen des städtischen Raums aus dem Asphalt auftauchen, einmal entdeckt, gehen sie einem nicht mehr aus dem Sinn. Entlang der Achse Zürcherstrassen – Rosenbergstrasse – Poststrasse – Bohl – Rorschacherstrasse finden sich insgesamt 14 solcher Messingplatten mit den Bezeichnungen ORT DER IDEE, ORT DER SCHAM, ORT DER ILLUSION, ORT DER ANGST, ORT DER LUST, ORT DER SKEPSIS, ORT DER WUT, ORT DER VISION, ORT DER IRONIE, ORT DER ZEIT, ORT DER LIST, ORT DER TRAUER, ORT DER MANIE und ORT DER BEGIERDE in den Boden eingelassen. Sie bilden die Dreh- und Angelpunkte der konzeptuell angelegten Arbeit „Rückgrat“, die H.R. Fricker (*1947 Zürich) 1996 für den neuen Werkhof Waldau entwickelt hat. Der Künstler hat im Stadtraum 400 x 400 Meter grosse Sektoren definiert, die aneinandergereiht über eine Länge von 5,6 km die imaginative Wirbelsäule St.Gallens ausmachen. Den Feldern eingeschrieben sind die per Zufallsprinzip zugeordneten Ortsbezeichnungen; 84 Grenzpunktpolzen markieren ihre Ränder. Auffindbar sind die Markierungen mit Hilfe eines kleinen Plans, der zur Werkeinweihung herausgegeben wurde und nun online aufrufbar ist (https://map.stadt.sg.ch). Mit dem „Rückgrat“ hat Fricker eine künstlerische Arbeit geschaffen, die den öffentlichen Räumen, die sie durchdringt, assoziativ neue emotionale, soziale, politische oder kulturelle Bedeutungsebenen zuschreibt und zu einer poetischen Re-Lektüre des Stadtraums einlädt. Das „Rückgrat“ schliesst an verwandte Arbeiten an, die Fricker u.a. für Bregenz, Karlsruhe und Zürich konzipiert hat. (Text: Stefanie Kasper, September 2020)

Technik 
14 Messpunktplatten und 89 Grenzpunktbolzen in Asphalt
Datierung 
1996
Objektmasse 
x 5.6 km
Material 

Messing

Standort 
Bahnhofplatz
9000 St. Gallen
Schweiz
Künstler/innen
Hans Ruedi Fricker

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