In Schwingung versetzt

Fotos: Serge Hasenböhler

Fotos: Serge Hasenböhler

In Schwingung versetzt

Public Art

Die künstlerische Intervention bezieht alle sechs Loggien des Wohnheims mit ein, wo Jürg Stäuble eine malerische Deckengestaltung vornimmt. Auf der vorgegebenen hellgelben Grundierung hat der Künstler parallel verlaufende Wellenlinien aufgebracht. Die schmalen Linien sind in einer perlweissen Farbe gehalten und bilden damit einen nur schwachen Kontrast zur hellen Deckengrundierung. Je nach Tageszeit sowie nach Licht- und Wetterverhältnissen verändert sich jedoch der farbliche Eindruck, was zu einer dynamischen Erscheinung führt: Verschattete Linien erscheinen dunkler, einfallendes Licht lässt ihren Perlglanz aufleuchten.

In jeder der Loggien bewegen sich die Wellen in eine etwas andere Laufrichtung. Die leichte Versetzung der identischen Linien bewirkt optische Öffnungen und Verdichtungen in der Wellenstruktur. Diese leichten Verschiebungen führen zu einer optischen Täuschung. Die Decke scheint sich an manchen Stellen sanft zu wölben. Mit einer malerischen Intervention schafft der Künstler eine räumliche Wirkung.

Der künstlerische Eingriff bietet ein visuelles, sinnliches Erlebnis, das mit der Bewegtheit des Aussenraums, dem Himmel und der Natur korrespondiert. Die Arbeit greift so auf poetische Weise die Funktion der Loggien als Verbindung zwischen Aussen- und Innenraum auf. Der Perimeter für die künstlerische Intervention erstreckte sich über Teile des Aussenraums und die Loggien. Stäuble entschied sich nicht zuletzt im Hinblick auf die Situation der Bewohner und Bewohnerinnen für eine Deckengestaltung. Infolge ihrer schweren Behinderungen sind sie oftmals bettlägerig oder auf einen Kipprollstuhl angewiesen, was ihr Blickfeld entsprechend nach oben ausrichtet. Mit Subtilität und Präzision transponiert der Künstler das Thema Landschaft und Naturerleben und macht es auch für die Bewohnerinnen und Bewohner spürbar.

Informationen zur Entstehung
Das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) betreibt seit 2001 auf dem Areal des Felix-Platter-Spitals ein Heim für Menschen mit schwersten körperlichen und mehrfachen Behinderungen. Dieses Pilotprojekt erhält nun einen dauerhaften Status und wird am 1. Oktober 2019 in einen Neubau des Architekturbüros Burckhardt+Partner (Alexander Hamm & Julio Munoz Gutiérrez) an der Belforterstrasse 152 einziehen. Das neue Wohnheim soll den grösstenteils bettlägerigen Bewohnerinnen und Bewohnern ein adäquates und ihren Bedürfnissen angemessenes Lebensumfeld abseits vom Spitalalltag bieten sowie das notwendige Arbeitsumfeld für die erforderliche professionelle Betreuung und Pflege gewährleisten.

Der Kunstkredit Basel-Stadt schrieb für den Neubau einen allgemeinen Wettbewerb aus. Es bewarben sich 13 Künstlerinnen und Künstler mit einem Projekt. Aufgrund der  eingereichten Dossiers wählte die Jury bei der Vorauswahl drei Projekte zur Weiterbearbeitung. Der Künstler Jürg Stäuble überzeugte die Jury mit seinem Projekt „In Schwingung versetzt“.

Datierung 
2019
Material 

Dold Pliolite Farbe, Dold Dolwa Mineral, Farbton NCSS 0450-Y 10R (Grundfarbe); Lascaux Perlacryl 213, Lascaux Transparentlack 2062 glanz (Strukturfarbe)

Standort 
Wohnheim Belforterstrasse
Belforterstrasse 152
4055 Basel
Schweiz

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an: Präsidialdepartement, Abteilung Kultur, Kunstkredit, Livia Möckli, Marktplatz 30a, 4001 Basel, Telefon +41 (0)61 267 43 16, E-Mail livia.moeckli@bs.ch

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