stadtlounge

Pipilotti Rist und Carlos Martinez, stadtlounge, 2005, Tartanbelag, verschiedene Materialien, 6282 m2, Raiffeisen-Zentrum, Raiffeisenplatz, Raiffeisen-Zentrum St. Gallen. Foto: Susanne Stauss oder Hannes Thalmann

Pipilotti Rist und Carlos Martinez, stadtlounge, 2005, Tartanbelag, verschiedene Materialien, 6282 m2, Raiffeisen-Zentrum, Raiffeisenplatz, Raiffeisen-Zentrum St. Gallen. Foto: Susanne Stauss oder Hannes Thalmann

Pipilotti Rist und Carlos Martinez, stadtlounge, 2005, Tartanbelag, verschiedene Materialien, 6282 m2, Raiffeisen-Zentrum, Raiffeisenplatz, Raiffeisen-Zentrum St. Gallen. Foto: Susanne Stauss

Pipilotti Rist und Carlos Martinez, stadtlounge, 2005, Tartanbelag, verschiedene Materialien, 6282 m2, Raiffeisen-Zentrum, Raiffeisenplatz, Raiffeisen-Zentrum St. Gallen. Foto: Susanne Stauss

Pipilotti Rist und Carlos Martinez, stadtlounge, 2005, Tartanbelag, verschiedene Materialien, 6282 m2, Raiffeisen-Zentrum, Raiffeisenplatz, Raiffeisen-Zentrum St. Gallen. Foto: Susanne Stauss

Pipilotti Rist und Carlos Martinez, stadtlounge, 2005, Tartanbelag, verschiedene Materialien, 6282 m2, Raiffeisen-Zentrum, Raiffeisenplatz, Raiffeisen-Zentrum St. Gallen. Foto: Susanne Stauss

Pipilotti Rist und Carlos Martinez, stadtlounge, 2005, Tartanbelag, verschiedene Materialien, 6282 m2, Raiffeisen-Zentrum, Raiffeisenplatz, Raiffeisen-Zentrum St. Gallen. Foto: Susanne Stauss

Pipilotti Rist und Carlos Martinez, stadtlounge, 2005, Tartanbelag, verschiedene Materialien, 6282 m2, Raiffeisen-Zentrum, Raiffeisenplatz, Raiffeisen-Zentrum St. Gallen. Foto: Susanne Stauss

Atelier Carlos Martinez, stadtlounge II, Einfassung des Aussenbereichs des Kinderhorts mit einem Teppichfalt. Foto: Hannes Thalmann

Atelier Carlos Martinez, stadtlounge II, Einfassung des Aussenbereichs des Kinderhorts mit einem Teppichfalt. Foto: Hannes Thalmann

Atelier Carlos Martinez, stadtlounge II, Blick von "Empfangszone" der stadtlounge Richtung "Garderobe" (Erweiterung stadtlounge 2011). Foto: Hannes Thalmann

Atelier Carlos Martinez, stadtlounge II, Blick von "Empfangszone" der stadtlounge Richtung "Garderobe" (Erweiterung stadtlounge 2011). Foto: Hannes Thalmann

Atelier Carlos Martinez, stadtlounge II, Stadtlounge Erweiterung Winteransicht. Foto: Hannes Thalmann

Atelier Carlos Martinez, stadtlounge II, Stadtlounge Erweiterung Winteransicht. Foto: Hannes Thalmann

Atelier Carlos Martinez, stadtlounge II, Erweiterung der stadtlounge im Bereich Gartenstrasse. Foto: Hannes Thalmann

Atelier Carlos Martinez, stadtlounge II, Erweiterung der stadtlounge im Bereich Gartenstrasse. Foto: Hannes Thalmann

stadtlounge

Public Art

Projektwettbewerb 2003
Realisation stadtlounge / 2005 4'571 m2 / stadtlounge II 2011 1'711 m2

Die gute Stube: In ihrer ersten Einzelausstellung, welche die heute international bekannte Video- und Installationskünstlerin 1994 im Kunstmuseum St.Gallen zeigte, präsentierte Pipilotti Rist (*1962 in Grabs, lebt in Zürich) ein übergrosses Wohnzimmer – ‹Das Zimmer›, 1994, – in dem man in einem riesigen Sofa versinken und über eine enorme Fernbedienung verschiedene ihrer Videos anwählen konnte. Gut zehn Jahre später funktioniert die Künstlerin zusammen mit dem Rheintaler Architekten Carlos Martinez (*1967 in St.Gallen, lebt in Widnau) ein ganzes Quartier in eine Stube um.

Im sogenannten Bleicheli-Quartier hat über die Jahrhunderte eine Verwandlung von einem durch schmale Gassen und hohe Häuser bestimmten Wohnquartier zu einem modernen Bankenviertel stattgefunden. Auf diesen Wandel reagiert das Team Rist/Martinez und dreht den Charakter des Quartiers mit seiner ebenso witzigen wie cleveren Intervention wieder um: Das neue Bankenviertel wird als städtisches Wohnzimmer wiederbelebt: St.Gallen bekommt im Jahr 2005 die ‹stadtlounge›. Ein roter Teppich aus Gummigranulat (dem Belag der Sportplätze) überzieht das gesamte Quartier. Er kennzeichnet, begrenzt und definiert die sogenannte ‹stadtlounge›. Rund geformte Sofas und amorphe Stühle laden zum Mittagsschläfchen an der Sonne ein. Ein langer, ebenfalls mit dem roten Belag überzogener Tisch motiviert zur Sitzung an der frischen Luft. Über allem schweben riesige eiförmige Lampen, die das Areal abends in ein warmes Licht tauchen. Der federnde Tartanbelag dämpft nicht nur die Geräusche der eigenen Schritte (so als ob man in Pantoffeln durch das überdimensionierte Wohnzimmer schlurfen würde), sondern verschluckt auch die alltäglichen Stadtgeräusche in seiner roten Masse. Laute und Bewegungen aus dem alltäglichen Stadtleben verschwinden oder verändern sich. Es entsteht eine Art (rote) Insel, ein Wunderland, in dem unsere gewohnten Wahrnehmungen nicht mehr funktionieren.

Während Pipilotti Rist in vielen ihrer frühen Videoarbeiten und Installationen den Einblick in fremde Wohnzimmer gewährt und zelebriert hat, stülpt sie hier gemeinsam mit Carlos Martinez den Innenraum nach aussen, das Private ins Öffentliche, das Wohnzimmer auf den Stadtplatz. Sie spielen augenzwinkernd mit Konventionen und brechen Gewohnheiten auf. Die Möbel der Stadtlounge sind denn auch so ausgeführt, dass sie zu neuen Körperhaltungen und -positionen provozieren.

Die Passanten sind die temporären Bewohner/innen der ‹stadtlounge›. Sie werden zu Akteuren, die sich auf dem roten Teppich bewegen, zwischen den Kulissen, die Rist/Martinez für überraschende und gewöhnliche Aktionen im Aussenraum bereitgestellt haben.

Abbildungen stadtlounge II Atelier Carlos Martinez / Hannes Thalmann

Datierung 
2005
Material 

Tartanbelag, verschiedene Materialien

Standort 
Raiffeisenplatz
9000 St. Gallen
Schweiz

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