Wie bitte

Verena Thürkauf, Wie bitte, FHNW-Campus Olten

Verena Thürkauf, Wie bitte, FHNW-Campus Olten

Wie bitte

Public Art

Direkt am Bahngeleise hinter dem Bahnhof befindet sich der Campus der FHNW, in dem rund 4000 Menschen in den Bereichen Angewandte Psychologie, Soziale Arbeit, Wirtschaft und Optometrie studieren, forschen und arbeiten. Für die künstlerische Ausstattung des 2013 eingeweihten Neubaus wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, der aus 52 Eingaben «Wie bitte» von Verena Thürkauf zum Siegerprojekt kürte.

 

Die in Basel wohnhafte Solothurner Künstlerin wurde 2011 mit dem kantonalen Preis für bildende Kunst ausgezeichnet. Sie ist konzeptuell wie bildnerisch tätig und schafft Werke, die zur Reflexion über grundlegende philosophische Lebensfragen anregen. Ihren Arbeiten gemeinsam ist der weitgehende Verzicht auf Farbe, eine extreme formale Reduktion und der pointierte Gebrauch von Schrift und Sprache. Dabei zeichnen sie sich durch eine grosse Offenheit aus, indem sie Ahnungen wecken oder Fragen aufwerfen, ohne Antworten anzubieten. Das leichtfüssige, raffinierte Spiel mit Wörtern, Volumina und Gleichgewicht lässt zudem einen feinen Sinn für Hintergründiges und Doppeldeutiges erkennen, was sich auch in der sechsteiligen Wandarbeit in der FHNW widerspiegelt.

 

Thürkauf empfängt die PassantInnen mit Fragen, die Leichtigkeit ausstrahlen, aber tiefsinnig Wirkung zeigen: «Ist das Unmögliche vielleicht doch machbar» liest man, oder «Ist wenn wir etwas sagen das gesagt was wirklich ist oder ist es nur sozusagen gesagt». Die Sätze treten in Grossbuchstaben und ohne Punktion aus den Wänden hervor, oder besser in sie hinein, denn die Künstlerin hat die Zeichen bereits während des Bauprozesses auf die nackten Mauern geklebt. Bei der Abnahme wurden die unter dem Verputz liegenden Schichten wieder sichtbar, was den malerischen Charakter der Sätze noch verstärkt und dazu führt, dass sich jeder auch bezüglich Machart und Ausdruck von den anderen unterscheidet. Thürkaufs Texte sind nicht einfach zu entziffern, man müsse sie sich ergehen, meint die Künstlerin. Damit verweist sie auch auf den starken räumlichen Bezug der Arbeit zur umgebenden Architektur. Die Kunst übernimmt darin quasi eine Mittlerrolle im Dialog mit den dort arbeitenden Menschen – eine Qualität, die diese Kunst am Bau-Arbeit ganz besonders auszeichnet.

Technik 
Wandarbeiten - Sgraffito und Stucco Lustro
Datierung 
2013
Standort 
Von-Roll-Strasse 10
FHNW - Campus Olten
4600 Olten
Schweiz

Die Broschüre "Kunst in Olten - 5 Spaziergänge zu 83 Werken in der Stadt" kann beim Kunstmuseum Olten, Olten Tourismus und im Stadthaus gratis bezogen werden. Sie wurde dank eines anonymen Spenders realisiert. 

Künstler/innen
Verena Thürkauf

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