Wortwechsel mit Marianne Badertscher und Jonas Studer

Marianne Badertscher, «Schwebender Gletscher», 2018
300 x 400 mm, Pigment/Ei-Öl über Aquarell auf Papier. Foto: Marianne Badertscher

Marianne Badertscher, «Schwebender Gletscher», 2018

300 x 400 mm, Pigment/Ei-Öl über Aquarell auf Papier. Foto: Marianne Badertscher

Wortwechsel mit Marianne Badertscher und Jonas Studer

Die Kunstschaffenden im Gespräch mit Karoliina Elmer

Ereignistyp 
Gespräch/Vortrag
Datum 
25.11.2020
Information 

«Mein Wald ist überall» heisst die Ausstellung von Marianne Badertscher (*1953) und Jonas Studer (*1981). Unabhängig voneinander beschäftigen sie sich mit Natur, mit Landschaft und mit den Spuren, die der Mensch in dieser hinterlässt. Ihre unterschiedliche bildnerische Sprache weist Verwandtschaften auf. Beide sind genaue Beobachter*innen, und beide lassen sich auf Verfahren ein, die den Zufall einschliessen und mit Überraschungen aufwarten.

Im Künstlergespräch mit Karoliina Elmer zur Ausstellung geben die beiden Kunstschaffenden geben im Gespräch mit der Kunstwissenschafterin Karoliina Elmer Einblicke in ihre Themen, Denk- und Arbeitsweisen. Der Wortwechsel ist eine gute Gelegenheit, mehr über die Arbeiten in der Ausstellung und deren Entstehungsprozesse sowie über die beiden Kunstschaffenden zu erfahren und auch eigene Fragen einzubringen. Wir freuen uns auf neugierige BesucherInnen und anregende Gespräche!

Jonas Studers pflegt einen experimentellen Umgang vor allem mit analoger Fotografie. Er lässt beim Entwickeln vermeintliche Fehler zu: Indem der Künstler seine Negativ-Filme im Voraus analog bearbeitet, sind Momentaufnahmen von Unregelmässigkeiten und Verletzungen im Material überlagert. Das Bild von Wald, Wiese und Gestein entwickelt eine geheimnisvolle Schönheit. Fotografie streift ihren Bezug zum Hier und Jetzt ab. Sie scheint die Reststrahlung einer vergangenen, fast mystischen Zeit einzufangen und wird erfinderisch wie Malerei.
In der Malerei und im Tiefdruck erkundet Marianne Badertscher Landschaft als einen Farbraum. Die Künstlerin erfasst Landschaft in Skizzen, Aquarellen und Fotos, um sie sich dann malerisch anzueignen. Manchmal bleibt die ursprüngliche Topografie erkennbar, manchmal weichen kompositorische Entscheidungen vom Vorbild ab und bringen abstrakte Formen hervor. Jüngst hat sie Fotografien zur Grundlage genommen, die sie aus dem fahrenden Zug zwischen Chicago nach Minneapolis aufgenommen hat. Malen ist Erinnern, aber nicht nur: Badertschers Kunst gilt auch dem anhaltenden Versuch, ein unscharfes, vorbeiziehendes Motiv aufs Neue zu erfahren.

Adresse 
Vorstadt 19
5200 Brugg
Schweiz
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