Zentral!

Dieu le Veut, 2022
Video-Installation
7 Schürzen,  Stoffen aus recycelten Materialien. Je 131 x 115 cm (ohne Schnürsenkel)
Einkanal-FHD-Videoprojektion, Ton, Farbe, 7’33’’

Dieu le Veut, 2022

Video-Installation

7 Schürzen,  Stoffen aus recycelten Materialien. Je 131 x 115 cm (ohne Schnürsenkel)

Einkanal-FHD-Videoprojektion, Ton, Farbe, 7’33’’

Zentral!

Die le veut

Ereignistyp 
Vernissage
Datum 
03.12.202205.02.2023
Information 

Dieu le Veut

Inspiriert von ‚Chemise Cagoule‘ fertigte Patricia Jacomella Bonola Schürzen an mit einer Öffnung in der Mitte. Das Chemise Cagoule war ein Nachthemd, getragen von katholischen Männern und Frauen im Mittelalter. Es deckte alle Körperbereiche ab und liess jedoch eine Öffnung für den notwendigen Kontakt zur Fortpflanzung frei. Der Geschlechtsakt ausschliesslich zu Fortpflanzungszwecken, nicht zum Vergnügen – Eine reine Pflichterfüllung für die Frau. Die Künstlerin will mit diesem Werk darauf aufmerksam machen dass, auch wenn es das Nachthemd mit der sogenannten „Pariser Öffnung“ nicht mehr gibt, der Geschlechtsakt von vielen Frauen auf der ganzen Welt noch immer als Pflicht empfunden wird, zusätzlich zu gefährlichen sexuellen Ritualen, Genitalverstümmelung und Zwangsprostitution. Die Schürzen sind gleichzeitig eine Metapher für die Arbeit und auf dem Boden liegend und als Sitzkissen benutzt, thematisieren sie die Störanfälligkeit der demokratischen Grundordnung in gegenwärtigen Systemen. So zeigt Patricia Jacomella Bonola mit ihrem Werk exemplarisch auf, wie sich das grosse Versprechen der Moderne auf Gerechtigkeit, Fortschritt, Gleichheit und eine zivilisiertere Gesellschaft in eine Chimäre verwandelt hat.

Ergänzt wird diese Boden-Installation durch die Einkanal-FHD-Videoprojektion BONETTA 2022 (Ton, Farbe, 7 Minuten 33 Sekunden). Das Video erzählt die Geschichte eines afrikanischen Mädchens, welches am englischen Hof zu einer hochkultivierten Frau ausgebildet, aber schliesslich zu einer arrangierten Ehe mit einem afrikanischen Industriellen gezwungen wird. Mit diesem Spannungsverhältnis, welches im Raum zwischen der Boden-Installation und dem Video entsteht, fordert die Künstlerin auf zu einer friedlichen Revolution für mehr Menschenrechte und die Neudefinition von Identitäten in einem zunehmend instabilen und unberechenbaren globalen Szenario. (Claudia Aeugster)

Institution 
Adresse 
Europaplatz 1
6002 Luzern
Schweiz
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