Caro Niederer

Caro Niederer

Ereignistyp 
Ausstellung
Datum 
24.01.201826.08.2018
Information 

Die Schnittstelle zwischen öffentlich und privat hat Caro Niederer (*1963 Zürich) seit jeher interessiert. Bekannt wurde sie durch kleinformatige figurative Gemälde in einer buntfarbig flächigen Bildsprache. Sie entstanden nach vorgefundenen Fotografien oder Kunstpostkarten und wurden zum Ausgangspunkt eines Schaffens, in dem die Künstlerin sowohl die Produktion des gemalten Bildes als auch die Form seiner Präsentation und seiner Nutzung im alltäglichen Gebrauch untersuchte.

Transformation ist in Caro Niederers konzeptuellem Schaffen Programm, und die eine Gebrauchsform von Kunst führte fast zwangsläufig zur nächsten. Das Gemälde in dunklen Sepiatönen, die Fotografie des Gemäldes in der Wohnung der Sammlerin, der Bildteppich nach dem Bildmotiv im nächsten Interieur, die Fotografie des Interieurs mit dem Bildteppich im Museum: der Zyklus der Aneignung und des Gebrauchs findet nun in den Räumen des Kunstmuseums St.Gallen eine spannende Fortsetzung. Good Life Ceramics: was immer Sie sich darunter vorstellen, es könnte eintreffen.

Caro Niederer lädt Sie jedenfalls zur Teestunde mit Kunst. Sie wird ihre neusten Gemälde direkt in den Kreislauf eines alltäglichen Gebrauchsnutzens einfügen, denn die Gäste trinken aus Teetassen, welche die Künstlerin nach eigenen Entwürfen herstellen liess. Die Wechselwirkungen zwischen der Herstellung von Kunst durch die Kunstschaffenden, den Sammlerinnen und Sammlern, welche sie in ihrem privaten Umfeld aufhängen, und der öffentlichen Wahrnehmung in einem Kunstmuseum sind durchaus verschieden, auch wenn immer das gleiche Bild gezeigt wird.

Kurator: Roland Wäspe

Adresse 
Museumstrasse 32
9000 St. Gallen
Schweiz
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Künstler/innen
Caro Niederer

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Good Life Ceramics
In vielerlei Hinsicht ist die Wahl von Caro Niederer (*1963 Zürich) für ein solches Projekt eine Idealbesetzung. In ihrem Werk kann jeder Augenblick eine künstlerische Handlung darstellen. Deshalb führen Momente und Dinge des Alltäglichen einen Dialog mit ihren Gemälden und Skulpturen. Sie holt ihre Werke aus dem privaten Bereich in den öffentlichen Kunstkontext und reflektiert damit das Sammeln von Kunst und die Verflechtung von Kunst und Alltag.

Erste Etappe: Café
Den Beginn des Projektes markiert die Eröffnung eines Cafés, das mit Kunstwerken bestückt ist, welche die Künstlerin in der unmittelbaren Umgebung in eine neue Funktion überführt: Vorhänge, deren bedruckte Motive ihren Gemälden entnommen sind, Publikationen, die Teil der Ausstellung werden und in denen man blättern darf, sowie Kunst-Keramikgeschirr, das von den Gästen im Café tatsächlich benutzt wird und der Ausstellung den Titel leiht. Zur Verknüpfung von Kunst und Alltag passt ebenfalls, dass die Kräuter aus dem angrenzenden Stadtpark und der Region wiederum als feiner Tee im Café serviert werden.

Im Wandel
Good Life Ceramics will verschiedene Möglichkeiten erforschen, wie ein Ausstellungsraum bespielt werden kann, wo öffentliche und private Aspekte in Einklang gebracht werden. Das ursprüngliche Setting wird mit Werken von befreundeten Kunstschaffenden und aus der Privatsammlung der Künstlerin erweitert. Die Ausstellung erfährt fortlaufend neue Inszenierungen, die das Gesamtwerk von Caro Niederer immer wieder aus verschiedenen Positionen beleuchten. Jeder Moment ist als Reflexion zu verstehen, um den Ausstellungsraum als hybriden Ort wahrzunehmen, wo privates Erleben mit einer breiten Öffentlichkeit geteilt werden kann. Diese Haltung kann auch in der Publikation Album (2017) gelesen werden. Schnappschüsse, die die Künstlerin auf dem Social Media Netzwerk Instagram veröffentlicht, stellen eine Art «Tageslandschaft» dar und übersetzen das Leben der Künstlerin in ein visuelles Tagebuch.

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