Klodin Erb

Installationsansicht, Einzelausstellung Klodin Erb, Lullin + Ferrari 2021

Installationsansicht, Einzelausstellung Klodin Erb, Lullin + Ferrari 2021

Installationsansicht, Einzelausstellung Klodin Erb, Lullin + Ferrari 2021

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Klodin Erb

Ereignistyp 
Ausstellung
Datum 
27.05.202124.07.2021
Information 

In ihrer zweiten Einzelausstellung in der Galerie zieht Klodin Erb alle Register ihres malerischen Könnens. Sie bestückt die neuen Räumlichkeiten der Galerie mit zwei Werkgruppen, die sich zwar formal unterscheiden, in beiden aber die Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem Ist-Zustand unseres Ökosystems zum Ausdruck kommt. In den vorderen Galerieräumlichkeiten sind acht großformatige Bilder verteilt, die 2020-21 entstanden sind und von ihr als Ereignisse bezeichnet werden. Im hinteren Garagenraum präsentiert sie eine zweite Gruppe von kleineren Bildern. Die Ambivalenz Schöpfungskraft und Verletzlichkeit ist ein Grundgedanke der Ausstellung, der in beiden Werkgruppen in unterschiedlicher Form zum Tragen kommt.

 

Ein wichtiger Inhalt der großformatigen Bilder ist die Landschaft. Formal und in der Vorgehensweise beruhen die Bilder auf einer Mischung von Zufall und bewussten Setzungen. Klodin Erb testet die Kategorien der gestischen Malerei aus, um diese dann durch gezielte Eingriffe in andere Dimensionen zu überführen. Zunächst wählt sie bestimmte Farben aus und gießt oder malt mit diesen auf grundierte, auf dem Boden liegende, bereits bespannte Leinwände. Darauf hängt sie die Bilder an die Wand und fügt den begonnenen Kompositionen mit genauen Pinselstrichen oder Sprayfarben Elemente hinzu. Dann legt sie die Bilder wieder auf den Boden und führt die Prinzipien des Zufalls weiter. Dadurch überführt sie das Zufällige in eine Erfindung und verleiht ihnen eine inhaltliche Ausrichtung. Innere und äußere Bildwelten ergänzen einander und fügen sich zu dieser beeindruckenden Gruppe und Installation. Klodin Erb denkt mit den Mitteln der Malerei nach. Sie sucht nach Antworten und präsentiert Hoffnung, die sich in den Bildern manifestiert. Die Bilder bestechen durch inhaltliche Stringenz und einen Farbrausch, der auf unbändige Freude und Lebenslust verweist.

 

Klodin Erb hinterfragt in diesen neuen Bildern die gängigen Vorstellungen der Landschaftsmalerei und überführt diese in neue Bildfindungen. Sie verweist neben der Hochkunst des exzentrischen chinesischen Malers Luo Ping (1733-1799) oder des deutschen Romantikers Caspar David Friedrich auch auf Elemente der Populärkunst, zum Beispiel der Street Art mit deren Tags und Spraykunst aber auch auf die Popart und auf Filme wie Yellow Submarine. Diese kunsthistorischen Referenzen (Popart, Street Art, Romantik, fernöstliche Malerei) sind sicherlich von Belang, wichtiger aber noch sind die Bezüge zur zeitgenössischen Philosophie: Sind wir an einem Punkt angelangt, der auf ein Umdenken hindeutet? Werden Fragen nach der Globalisierung, aber auch nach der Bewahrung unseres Planeten in den Mittelpunkt rücken? Werden Gender- und Identitätsfragen vertieft erörtert, wie dies im Denken einiger Philosoph*innen, wie zum Beispiel Donna Haraway zentral verhandelt wird? Hier ist sicherlich auch auf den französischen Philosophen Bruno Latour zu verweisen, der sich bereits 2017 in seinem terrestrischen Manifest konzise zu vielen der angesprochenen Themen äußerte. Auch Fragen nach einer ganzheitlichen Weltsicht, wie sie in der in der Mitte der 1970er Jahre begründeten Gaia-Hypothese formuliert wurden, rücken in Klodin Erbs Bildern in den Fokus. Mit den Mitteln der Malerei zeigt Klodin Erb wie sie die Welt wahrnimmt und reflektiert gleichzeitig darüber. Die Bilder sind Ereignisse. Die Künstlerin ist Produzentin und Rezipientin in einem. Beim Schaffensprozess wie auch bei der Rezeption geht es Klodin Erb um das Direkte, Unmittelbare, das Vertrauen in die eigene Intuition, was letztlich zu einem Lebendigkeitsbeweis führt. Dabei sind die Bilder von Klodin Erb keineswegs Illustrationen von Theorien oder Anschauungen, sondern bildliche Interpretationen ihrer Wahrnehmung und Verletzlichkeit im Sinne einer persönlichen Standortbestimmung, die einen allgemeingültigen Anspruch erheben kann.

 

Im hinteren Raum der erweiterten Galerie zeigt Klodin Erb unter der Bezeichnung Kräfte und Säfte eine neue Gruppe von kleineren Arbeiten, die wie in einem Brennspiegel Fragen des Zusammenhangs zwischen Mensch und Natur bündeln. Aufgrund ihres kleinen Formats eignen sie sich besonders gut, bestimmte Gefühle zu transportieren. Anhand der Darstellungen von Wurzeln mit menschlichen Formen versinnbildlicht Klodin Erb auf kongeniale Weise die Verbindung Mensch und Natur und stellt symbolisch die drohende Entwurzelung des Menschen von der Natur dar. Für diese Werkgruppe entwickelte Klodin Erb eine eigene Technik. Sie benutzt Japanpapier, das sie mit Fischkleister auf ein Chassis aufzieht und dann mit Dispersionsfarbe überstreicht. Dann beginnt sie den Malprozess mit sehr flüssigem, reinem Leinöl. Da die Farbe nicht trocknet, sondern fließt, muss sie rasch arbeiten und ihre ganze malerische Bravour ausspielen. Die Figuren dieser holistischen Annäherung sind verblüffend, laden zum Schmunzeln ein und zeigen ein ganz eigenes künstlerisches Universum.

 

Alle Bilder in der Ausstellung sind unmittelbare Erfindungen von Klodin Erb als Antwort auf das Bestehende. Sie eröffnen eine neue Sicht auf unsere Umgebung und beinhalten eine metaphorische Weltschau anhand von überlagernden Zitaten und Verweisen formaler und inhaltlicher Natur.

Institution 
Adresse 
Limmatstrasse 214
8005 Zürich
Schweiz
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