Pierre Haubensak und Rudolf Koller im Kunsthaus

Pierre Haubensak ? Ohne Titel (Cityscape), 2001, Tusche, 75,6 x 105,8 cm

Pierre Haubensak ? Ohne Titel (Cityscape), 2001, Tusche, 75,6 x 105,8 cm

Hinweis

Pierre Haubensak und Rudolf Koller im Kunsthaus

Seit den zwanziger Jahren wurden seine Werke kaum noch ausgestellt. Christof Becker, Direktor des Kunsthauses und Kurator der Ausstellung, gräbt Rudolf Koller (1828–1905) also gleichsam aus den Lagergrüften aus. Der einst so berühmte Tiermaler, der vor allem mit der «Gotthardpost» und der «Kuh im Krautgarten» Furore machte, wurde später «zur Zielscheibe helvetischer Mythenentzauberer». Christof Becker holt die achtzig Werke aus allen Schaffensphasen Kollers nicht nur mit retrospektiven Absichten ans Licht, zudem will er den Diskurs fördern. Ausstellungsbegleitend findet ein Generationen-Projekt statt, das die verschiedensten Altersklassen in spezielle Führungen, Stadtrundgänge und Workshops und auch in Gespräche über die Schweiz, ihre Landschaft, Tiere und Menschen involviert. Erwachsene sind eingeladen, unter kunst- und architekturkundiger Führung Kollers Wirkungsorte und Inspirationsquellen in der Stadt Zürich zu besichtigen und nachzuvollziehen oder zu analysieren, wie sich die Schweiz vom Bauernland zur Industrienation verändert hat. Weitere Angebote kann man unter www.kunsthaus.ch erfahren. Mit Katalog, in dem die künstlerischen und sozialen Voraussetzungen für Kollers einstigen Erfolg thematisiert werden.

Im Erdgeschoss werden vierzig flirrende, fliessende, sich auflösende Arbeiten von Pierre Haubensak (*1935 in Brünig) gezeigt. Der Hotelierssohn, der zwei Jahren in Paris und acht auf Ibiza weilte und von 1969 bis 1977 ein Atelier in New York bewohnte, kehrte Ende der siebziger Jahre in die Schweiz zurück. Entscheidend für seine künstlerische Arbeit war die Auseinandersetzung mit der Color-Field- und der Hard-Edge-Malerei. Durch Orthogonalen und grosse Farbflächen bestimmte Arbeiten entstanden, die in ihrer meditativen Qualität an Mandalas erinnern. Seit 1988 entwickelt Haubensak die «Tetras»-Bilder, wo sich innerhalb einer viergeteilten Fläche jeweils zwei helle oder zwei dunkle Farbtonwerte gegenüber stehen. Das Kunsthaus (Kurator: Bernhard von Waldkirch) konzentriert sich auf strukturell verwandte Arbeiten aus Papier von 1981 bis 2002. Mit Publikation. Rudolf Koller bis 2.3.

Bis 
15.02.2003
Künstler/innen
Pierre Haubensak

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