un-built cities im Kunstverein

Marco Lulic · Bife Tito, 2001, Installation, MDF, Courtesy Galerie Belvedere, Thomas Trummer

Marco Lulic · Bife Tito, 2001, Installation, MDF, Courtesy Galerie Belvedere, Thomas Trummer

Hinweis

un-built cities im Kunstverein

1965 klagte der Philosoph und Mediziner Alexander Mitscherlich in «Die Unwirtlichkeit unserer Städte» eine «Neuordnung der Besitzverhältnisse von Grund und Boden in unseren Städten» ein und stiftete zu Unfrieden an, denn Städte seien wie «Prägestöcke», denen wir uns anpassen müssen. «Monoton statt melodisch» würden sie heute komponiert, in die Breite statt in die Höhe. Wie Krebsgeschwüre frässen sie sich in die Landschaft hinein. Solcher Stadtkritik sind bis heute vielfache Diversifikationen gefolgt und auch Künstler und Künstlerinnen beschäftigen sich mehr denn je mit der Problematik. Die Ausstellung stellt Entwürfe urbaner Möglichkeiten zwischen gezielter Fiktion und virtueller Existenz, zwischen spielerischer Fantasie und sarkastischer Kritik vor: beispielsweise die Projektion einer Millionenstadt für Island von der in Reykjavik geborenen, heute in Hamburg lebenden Künstlerin Inga Svala Thorsdottir oder die poetisch chiffrierten Wandzeichnungen und skulpturalen Modelle von Lois und Franziska Weinberger, welche die von weltweit wuchernden Stadtmodellen gelähmte Vorstellungskraft ein wenig befreien können. Alle Beiträge setzen sich mit Vorstellungen von lebendiger Existenz in urbanen, kommunikativen Netzwerken rund um den Globus auseinander. Einige weitere Teilnehmende sind: Franz Ackermann, Pia Lanzinger, Marco Lulic, Neuruppiner Tagebuch, Isa Melsheimer, Michaela Schweiger, stadtraum.org (Andrea Knobloch, Markus Ambach), Corinne Wasmuht. Mit Katalog.

Bis 
07.02.2004

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