Andreas Walser im Kirchner Museum

Andreas Walser · Porträt Freiherr von Maltzahn, 1929, Öl auf Leinwand und Holz

Andreas Walser · Porträt Freiherr von Maltzahn, 1929, Öl auf Leinwand und Holz

Hinweis

Andreas Walser im Kirchner Museum

Das einzige in der Sammlung des Kirchner Museums Davos befindliche Werk von Andreas Walser (1908-1930), "Freiherr von Maltzahn", in bemaltem Originalrahmen, faszinierte und irritierte den Kurator des Museums, Roland Scotti. Doch in der Ausstellung des Kirchner Museums von 2004 "Rémy Markowitsch - You are not alone" und einer dazugehörigen Aufzählung von Künstlern, die in ihrem Werk eine Beziehung zu Drogen hatten, fehlte Andreas Walser. Darauf mehrfach angesprochen, beschloss Scotti, das Versäumte in einer Einzelausstellung nachzuholen. Dank Leihgaben aus der reichhaltigen Privatsammlung von Emmanuel Wiemer - der eigentliche Entdecker von Andreas Walser - ist es gelungen, dem jung verstorbenen Bündner Künstler eine beeindruckende Präsentation auszurichten. Gezeigt werden vornehmlich Arbeiten aus seinen zwei letzten Lebensjahren in Paris. Etwa die Hälfte der etwa siebzig Exponate sind erstmals öffentlich zu sehen. Walser war ein Suchender, ein Getriebener, der dem Sinn seines Mensch-Seins in der Kunst, der Fotografie und in eigenen Texten nachspürte. Jean Cocteau, Augusto Giacometti, Picasso und Kirchner begleiteten freundschaftlich und stärkend Walsers Weg, der durch dessen Drogenabhängigkeit in tragischer Weise ein abruptes Ende nahm. Andreas Walser experimentierte, er bearbeitete mitunter seine Leinwände wie Objekte, versuchte sich in vielen Techniken. Angeregt durch seine Begleiter schuf er doch ein ganz eigenständiges, abgerundetes Werk. Stillleben, Porträts, Akte und immer wieder die Beschäftigung mit dem Tod zeugen in der Davoser Ausstellung "Liebe, Traum und Tod" konzentriert und eindrucksvoll vom Können des wahrhaft "Frühvollendeten". Bis 23.4.

Das Bündner Kunstmuseum Chur widmet sich ab Februar den früheren Arbeiten von Andreas Walser, vornehmlich Zeichnungen und wagt gleichzeitig den Dialog mit dem jungen Bündner Künstler Gaudenz Signorell (4.2.-26.3.).

Bis 
22.04.2006

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