Time Lines im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen

Runa Islam · Time Lines, 2005, 35 mm Film mit Ton, 17:05 Min, Filmstill, Courtesy Jay Joplin/White Cube, London

Runa Islam · Time Lines, 2005, 35 mm Film mit Ton, 17:05 Min, Filmstill, Courtesy Jay Joplin/White Cube, London

Hinweis

Time Lines im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen

Der Beschäftigung mit Zeit- und Raumstrukturen, mit Perspektive und Erinnerung widmet sich die Ausstellung "Time Lines" im Kunstverein Düsseldorf, die Werke von Künstlern unterschiedlicher Generationen zu einem feinsinnigen und facettenreichen Netz verwebt. Ihren Titel gab der Ausstellung der neue Film von Runa Islam (*1970). Die Künstlerin nutzt die zu Beginn des 20. Jahrhunderts über Barcelona erbaute Seilbahn als Ausgangspunkt für eine Fahrt durch Raum und Zeit im wörtlichen wie im metaphorischen Sinne. In ihrem Film, worin sie erstmals kostümierte Protagonisten auftauchen lässt, wechseln Distanz und Nähe, Fern- und Nahsicht, cineastische Illusion mit Dokumentation, gleiten Vergangenheit und Gegenwart, unbestimmte Ferne und Stadtbild ineinander. Wie ein Leitmotiv erscheinen die Stahlseile vor blauem Himmel, die zu abstrakten Linien werden, zu Zeichnungen im Raum.

"Zeichnungen ohne Papier, Netze, die Zeit fangen und dynamisieren" schuf auch die 1912 in Hamburg geborene Gego mit ihren filigranen Drahtobjekten. Gertrud Goldschmidt lebte bis zu ihrem Tod 1994 in Venezuela und wird erst heute in Europa entdeckt. Ebenfalls eine Entdeckung ist das "Third Person Archive" von John Stezaker, das bisher erst einmal gezeigt wurde. Seit den siebziger Jahren sammelt der Londoner Ausschnitte aus klassischen Stadtansichten, auf denen millimeterkleine, zufällig aufgenomme Flaneure zum Hauptmotiv werden. Die Serie winziger Abbildungen erzählt wie in alten Filmstills von einem Leben, dessen Vergänglichkeit sie gleichzeitig dokumentiert. Weitere beteiligte KünstlerInnen: Nairy Baghramian, Steven Claydon, Silke Schatz.

Bis 
18.02.2006

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