«Deconstructing Eden» im Projektraum exex

Deconstructing Eden, die gute Stube mit Videos von: AURELIO KOPAINIG, STEFFENSCHÖNI, CATALIN FLOERSCU und CHRISTIAN FALSNAES, 2007, Foto: Alex Meszmer

Deconstructing Eden, die gute Stube mit Videos von: AURELIO KOPAINIG, STEFFENSCHÖNI, CATALIN FLOERSCU und CHRISTIAN FALSNAES, 2007, Foto: Alex Meszmer

Besprechung

Arbeiten von 13 Künstlerinnen und Künstlern haben im Projektraum exex zu einer Grossraumstube zusammengefunden und laden ein zur Auseinandersetzung mit den zerstreuten Splittern des verlorenen Paradieses - und zum Herumlungern vor Monitoren mit Aussicht auf Eden.

«Deconstructing Eden» im Projektraum exex

Schnee, Regen, Kälte, Wind:Nichts wie rein in die Stube, an den Ofen, aufs Sofa. Zu jedem Stubenabteil im Projektraum gehört ein Fernsehgerät. Damit greifen die Künstlerkuratoren Alex Meszmer und Reto Müller das romantische Motiv des Fensterausblickes auf und versetzen es in die Gegenwart. Unsere Aussichten und Ansichten, das Wissen von Welt, aber auch die Möglichkeit der Verdrängung, sind durch mediale Vermittlungen geprägt. Bunte Gardinen nützen nichts. Die Zäune und Mauern zwischen dem Garten Eden und der realen Welt, zwischen Wildnis und Ordnung sind durchlässig. Je intensiver die Suche nach dem perfekten Leben ist, desto weiter entfernt dürfte das Paradies sein. Sehnsucht beginnt mit der wahrgenommenen Gewissheit vom Verlust des Ersehnten.
Die Ausstellung geht von der Vorstellung aus, dass der Garten Eden nach dem Sündenfall zerbarst und nur mehr als Splitter in Erscheinung treten kann. Unterschiedliche Fragmente dieser zerstückelten Vorstellungen vom Paradies sind in St. Gallen versammelt, umkreisen die entfremdete Beziehung des Menschen zur Natur und den Wunsch, Distanzen zu überwinden.
Den Blick aus dem Fenster in die Kräfte der Natur, die Betrachtung der Natur aus der Distanz der Kultur, greifen Aurelio Kopainig und Heinrich Gartentor in zwei tonlosen Filmarbeiten auf. «Sturmschach» von Kopainig überlagert die Situation von Schutz und Sturm und bringt die Grenzlinien durch die architektonische Situation und eine wogende Kameraführung ins Wanken. Währenddessen pendelt Gartentor im Zug von Thun nach «le Paradis» bei Paris.
Der Schriftsteller Katalin Dorian Florescu sucht Spuren des Paradieses in der Vorstellung von Heimat, Isabel Rohner im Bedürfnis nach Gartenbau. Arbeiten wie «Han es Herzeli wie es Vögeli» in Hindi von Olga Titus, Bella Angoras Bikinisong über Harmonie und Freiheit, oder Ulrike Shepherds «Nabelschau» recherchieren zum Streben nach Glückmomenten im Liebesleben. Doris Schmid steckt mit «Zimmer 9» die Grenzen in der Paradiessuche durch Verzweiflung ab, während «Interpixel» mit «Mega Buster» und der Kombination von Kinderspiel und PC-Sound überzeugende Beweggründe zur Entwaffnung der (Kinder)-Zimmer abgeben. Hina & Maetti schliesslich nähern sich der Problematik von Vielfalt und Ambivalenz rund ums Paradies mit dem Fragebogen «Regrowing Eden».

Bis 
30.01.2008
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Deconstructing Eden 07.12.200731.01.2008 Ausstellung St. Gallen
Schweiz
CH

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