Editorial

TITELBILD · Mio Chareteau · Waves, 2014, Performance. Fotos: Lee Li Photography/Performancepreis 2014

TITELBILD · Mio Chareteau · Waves, 2014, Performance. Fotos: Lee Li Photography/Performancepreis 2014

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Die mit lautem Knall aus Kartonröhren geschossenen Lametta-­Schnipsel auf dem Cover gelten nicht dem Neujahr. Sie waren Teil einer Performance der jungen Genferin Mio Chareteau. Dennoch möchten wir mit dieser Aufnahme einen Blick zurück und einen in die Zukunft richten. Von nun an werden wir in jeder zweiten Ausgabe des Kunstbulletins einen Beitrag zu Performancekunst ­publizieren. Den Auftakt macht Irene ­Müller mit ihrem Bericht über das im Rahmen von ‹Performancepreis Schweiz› gezeigte Projekt ‹Waves›. Ihren Fokus legt sie auf das Miterleben, hält Publikumsreaktionen fest und artikuliert ­Fragen. Auch die zukünftigen ­Texte werden weder theoretisch noch rein deskriptiv sein. Vielmehr ­werden Autorinnen und Autoren aus ihrer subjektiven Warte ihre Beobachtungen spiegeln und gleichzeitig auf eine folgende Veranstaltung hinweisen.
Auch bei unserem dieser Ausgabe beiliegenden Jahreskalender richten wir ein besonderes Augenmerk auf die Performancekunst. Nebst Biennalen, Festivals und Kunstmessen führen wir eine Reihe von Performance-Events auf. Dazwischen zeigen wir Bild­sequenzen, die kurze Geschichten erzählen. So von Franziska Bieri, die einen Zopf aus und auf der Erde knetet, von Mio Chareteau, die mit einer Flüsterperformance präsent ist, und von Gisela Hochuli, die Meret Oppenheim wieder aufleben lässt.
Der Performance-Schwerpunkt entspringt der Initiative von ­Andrea Saemann sowie weiteren umtriebigen Netzwerkerinnen, die vor Kurzem den Verein PANCH/Performance Art Network CH aus der Taufe gehoben und die diskursive Website www.apresperf.ch lanciert haben. Diesen sei herzlich gedankt. Und Ihnen - den treuen Leserinnen und Lesern - wünschen wir ein inspirierendes, perspektivenreiches Kunstjahr!

Autor/innen
Claudia Jolles

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