Giampaolo Russo

Giampaolo Russo · Porträt von Daniel, 2016, Graphit, 42 x 56 cm. Foto Giuseppe Michiché

Giampaolo Russo · Porträt von Daniel, 2016, Graphit, 42 x 56 cm. Foto Giuseppe Michiché

Hinweis

Giampaolo Russo

Da ringt einer mit sich selbst, seinen Modellen, seinen Werken und ihren Materialien. Ölfarbe wird nicht einfach auf die Leinwand aufgetragen, sondern so lange in Schichten aufeinander getürmt, dass Reliefs entstehen. Das Gesicht von ‹Sabina› ist durchzogen von Kuppen und Gipfeln und Schründen und Schluchten, man möchte mit dem Finger darüber streichen und das Bild erfahren. Je kleiner der Abstand zum quadratischen Bild ist, desto mehr Geländedetails treten hervor. Um Sabina zu erkennen, bedarf es hingegen der Distanz. Auch mit seinen Druckgrafiken aus der Kupferdruckwerkstatt von Mathias Gentinetta fordert uns Giampaolo Russo (*1974) zum genauen Hinsehen auf. Sei es in der Monotypie ‹Selbstporträt mit geschlossenen Augen› oder in der Radierung ‹Victoria IV›, die aus schwarzer Kohlenfläche und unzähligen, immer wieder sich überlagernden Linien in vielen Sitzungen herausgearbeitet werden. Die von Simon Maurer kuratierte Ausstellung führt die Werke von Russo mit einer Messingplastik von Hans Josephson (1920-2012) zusammen und stellt alles in einen Dialog mit zwei Bronzeköpfen von Melanie Rüegg-Leuthold (1906-1997) und vier Porträts von Albert Rüegg (1902-1986), aus denen etwa ein ‹Fräulein Limordner› keck über uns hinweg auf die Hottingerstrasse blickt.

Bis 
17.02.2018

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