Weltempfänger

Hilma af Klingt · Series WU/Rosen, Group III, No. 5, The Key to All Works to Date, 1907, Courtesy Hilma af Klint Foundation. Foto: Moderna Museet, Stockholm

Hilma af Klingt · Series WU/Rosen, Group III, No. 5, The Key to All Works to Date, 1907, Courtesy Hilma af Klint Foundation. Foto: Moderna Museet, Stockholm

John und James Whitney · Five Film Exercises #1-5 (Video still), 1943–1945, 16-mm-Film (Farbe, Ton) transferiert auf High Definition Digital Video © Whitney Editions, LLC

John und James Whitney · Five Film Exercises #1-5 (Video still), 1943–1945, 16-mm-Film (Farbe, Ton) transferiert auf High Definition Digital Video © Whitney Editions, LLC

Hinweis

Weltempfänger

München — Pendel, Séancen, spiritistische Fotografie, Rausch und der experimentelle Umgang mit Filmstreifen, Apparaturen und Maschinen: Das sind einige der Hilfsmittel, die Georgina Houghton, Emma Kunz und Hilma af Klint in London, der Schweiz und Schweden zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und den Dreissigerjahren sowie Harry Smith und die Gebrüder Whitney im Amerika der späten Fünfziger- bis in die Siebzigerjahre zwischen New York und Kalifornien nutzten, um in ihrer künstlerischen Praxis zum ‹Weltempfänger›, zum Radio zu werden. Sie bahnten sich dabei mit Bleistift, Farbstift, Aquarell, Öl auf Leinwand, Film und Tonspuren eigene Wege in die Abstraktion. Diesem transozeanischen Phänomen widmet das Lenbachhaus in München eine sorgfältig recherchierte Ausstellung, die in enger Kooperation mit Kollegen, Expertinnen und den Institutionen in Australien, Stockholm und dem schweizerischen Würenlos entstanden ist. Die Motivation für diese Ausstellung liegt im stetigen Interesse, den weltberühmten Bestand an Werken des Blauen Reiters anders zu kontextualisieren und die Fragen zu stellen, die ihre männlichen und weiblichen Hauptvertreter, allen voran Kandinsky, aufgegriffen und bearbeitet haben. Dieses Interesse gewinnt aktuell eine neue Dynamik durch die Forderungen einer Revision des Kanons und einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Auf beiden Gebieten hat sich das Lenbachhaus in den letzten Jahren immer wieder profiliert. Mit ‹Weltempfänger› geht es als Partner bei der Aufarbeitung und Fragen der angemessenen Präsentation historischen Materials noch einen Schritt weiter. In der Ausstellung werden gut restaurierte Fassungen der Filme von Harry Smith gezeigt. Die aussergewöhnlichen Filme der Gebrüder Whitney wurden neu digitalisiert. Die genuin experimentellen Filme öffnen auch heute noch die «Pforten der Wahrnehmung», so, wie sie bereits in ihrer Entstehungszeit Sammlerinnen wie Hilla von Rebay und die New Yorker Szene um John Cage brüskiert und erhellt haben. 

Bis 
10.03.2019
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Weltempfänger 06.11.201810.03.2019 Ausstellung München
Deutschland
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