Bastiaan Woudt

Bastiaan Woudt · Circle, 2019, 60 x 45 cm, ­Archival Pigment Print on Inova Baryta Paper, Edition10&2AP, Courtesy Bildhalle

Bastiaan Woudt · Circle, 2019, 60 x 45 cm, ­Archival Pigment Print on Inova Baryta Paper, Edition10&2AP, Courtesy Bildhalle

Bastiaan Woudt · Brothers, 2017, 90 x 120 cm, Archival Pigment Print on Inova Baryta Paper, Edition10&2AP, Courtesy Bildhalle

Bastiaan Woudt · Brothers, 2017, 90 x 120 cm, Archival Pigment Print on Inova Baryta Paper, Edition10&2AP, Courtesy Bildhalle

Hinweis

Bastiaan Woudt

Zürich — Wer Afrikaner heute um ihrer Hautfarbe willen ästhetisch inszeniert, muss sich der Fallstricke bewusst sein, die auf diesem künstlerischen Weg lauern. Denn allzu oft schon haben diese ihre Haut für weisse Fotografen zu Markte tragen müssen. Früheste ethnografische Aufnahmen und nicht zuletzt die Kolonialfotografie des 19. und 20. Jahrhunderts sprechen diesbezüglich Bände. Ob in Europa oder Amerika, die Kategorisierung Schwarzer als exotische Objekte vor der Kamera durch weisse, meist männliche Fotografen, ist grenzenlos. Auch in der klassisch-modernen Kunstfotografie ist der problematische Kanon herrschender Machtverhältnisse oft nicht (auf)gelöst. Man denke an Irving Penns von exotischer Schaulust geprägte SW-Aufnahmen von afrikanischen oder amerikanischen Ureinwohnern vor weisser Studioleinwand aus den Siebzigerjahren. Ein feinsinnigerer Umgang findet sich zehn Jahre später im Werk Robert Mapplethorpes. Er hatte zwar eine männliche schwarze Muse, Ken Moody, war aber klug genug, ihm ein weisses Alter Ego zur Seite zu stellen, Robert Shermann, und beide namentlich auszuweisen. Wir schreiben das Jahr 1984. Beide Männer stehen Rücken an Rücken, ihre kahlrasierten Schädel berühren sich minimal. Sie wirken wie zweieiige Zwillinge, die jede Rassenschranke überwunden haben. In der Bildhalle erinnert das einprägsamste Foto der gesamten Ausstellung von Bastiaan Woudt auf den ersten Blick an die soeben beschriebene Ikone von Mapplethorpe: Das überlebensgrosse Blow-up ‹Brothers›, 2017, des jungen niederländischen Fotografen Woudt zeigt zwei schwarze Jungen in Mukono, Uganda, die Rücken an Rücken posieren, ohne einander zu berühren. Zwischen ihren sehr prägnant gewölbten Hinterköpfen klafft eine weisse Leerstelle. Arabeskenhaft mündet sie in die blütenweissen Hemdkragen der beiden Knaben ein. Die Profile ihrer Gesichter, das, was sie als Persönlichkeit auszeichnen würde, sind weggeschnitten. Das Bildformat bricht hier ab. Die Ausstellung heisst ‹Hidden›. Etwas zu verstecken, kann ebenso spannend wie problematisch sein. 

Bis 
25.01.2020
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Bildhalle Schweiz Zürich
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Bastiaan Woudt - HIDDEN 28.11.201922.02.2020 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Autor/innen
Mechthild Heuser
Künstler/innen
Bastiaan Woudt

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