Tom Fellner, René Fahrni

René Fahrni · Entry Hall Table, 2014, Gips, Holz, Wolle, Ölfarbe

René Fahrni · Entry Hall Table, 2014, Gips, Holz, Wolle, Ölfarbe

Tom Fellner · Kleiner Krake, 2015, Tempera und Öl auf bedrucktem Stoff

Tom Fellner · Kleiner Krake, 2015, Tempera und Öl auf bedrucktem Stoff

Hinweis

Tom Fellner, René Fahrni

Brugg — Man kann es Zufall nennen. «Dummy» und «Bunny» reimen sich. Also bringt man die beiden Werke zusammen und fertig ist die Installation. So ungefähr muss man sich das Vorgehen der beiden Zürcher Künstler mit Aargauer Wurzeln Tom Fellner (*1956) und René Fahrni (*1977) vorstellen, die im Zimmermannhaus Brugg einen nicht ganz ernstzunehmenden Kunstparcours unter dem Titel ‹Dummies› (deutsch: Attrappen, Dummköpfe) aufgebaut haben. Wer sind die beiden Fantasiebegabten, die lose befreundet sind und die sich nun auch künstlerisch begegnen? Der in New York geborene Tom Fellner hat in den USA Philosophie, Kunst und Malerei studiert und unterrichtet heute an der Fachhochschule für Gestaltung und Kunst der Nordwestschweiz. Seine Arbeiten sind unter anderem in den Sammlungen des Metropolitan Museum und des Aargauer Kunsthauses zu finden. Kennzeichen des Kunstmalers: Bad Painting. Objektkünstler René Fahrni hat die F+F Schule Zürich absolviert und wurde mit diversen Kunst­stipendien gefördert. Unter anderem war er an Art and the City in Zürich beteiligt, stellte in diversen Offspaces aus und als Gastkünstler im Aargauer Kunsthaus. Zurück nach Brugg: Eine Skulptur von Fahrni wird also einem Bild von Fellner zugeordnet oder umgekehrt. Wenn der Objektkünstler in ‹Dummy› vier unterschiedlich grosse Kuben aus Karton übereinanderstapelt, als wärs ein abstrahierter Hase, so hat er gleich Fellners aquarellierten ‹Evil Bunny› zur Seite, der alles andere als böse, sondern ziemlich liebenswürdig dreinschaut. Unvereinbares im Gleichen ist die Würze des Witzes. Und in diesem Sinn ticken auch die beiden Künstler. Sie mixen lustvoll High und Low, Fahrni mit Objekten aus Alltagsmaterial wie Holz, Gips oder Jute und Fellner mit popartiger Malerei auf bedruckten Dekostoffen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie auf ihrem Rundgang unter einer magischen Laterne durchspazieren, die von gruseliger Hand gehalten wird, und Ihnen gleichzeitig eine Katze auf gemustertem Tuch zuschaut, wie Sie über Hindernisse aus Holz und Gips stolpern. Und freuen Sie sich über den bunten Kraken, der über einem Bouquet aus kahlen Hölzern prangt. Fragt sich nun: Ist diese Welt der Attrappen eine Scheinwelt? Ist die Welt generell eine Scheinwelt? Oder sind wir am Ende selber die Dummköpfe, die sich darin überlisten lassen? Fast (un)heimelig. 

Bis 
01.03.2020
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Tom Fellner, René Fahrni 18.01.202001.03.2020 Ausstellung Brugg
Schweiz
CH
Künstler/innen
René Fahrni
Tom Fellner
Autor/innen
Feli Schindler

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