Albert Oehlen sammelt Kunst

Julian Schnabel · Portrait of Albert Oehlen, 1997, Öl, Wachs, Harz und Lack auf Leinwand, 273 x 258 cm © ProLitteris. Foto: def image

Julian Schnabel · Portrait of Albert Oehlen, 1997, Öl, Wachs, Harz und Lack auf Leinwand, 273 x 258 cm © ProLitteris. Foto: def image

Albert Oehlen · Space is the Place, 2020, Öl auf Leinwand, 250 x 250 cm © ProLitteris. Foto: Simon Vogel

Albert Oehlen · Space is the Place, 2020, Öl auf Leinwand, 250 x 250 cm © ProLitteris. Foto: Simon Vogel

Peter Brüning · Objektbild Rhein, ca. 1966/67, Farbe, Spanplatte, Holzlatten, 110 x 170 cm © ProLitteris, Courtesy Michael Haas, Berlin

Peter Brüning · Objektbild Rhein, ca. 1966/67, Farbe, Spanplatte, Holzlatten, 110 x 170 cm © ProLitteris, Courtesy Michael Haas, Berlin

Hinweis

Albert Oehlen sammelt Kunst

Lugano — Ob es auf die Grösse ankommt, ist Ansichtssache. Das weiss auch Albert Oehlen (*1954, Krefeld). Seine fast vier Meter hohen Gemälde sagen das eine, seine eigene Kunstsammlung erzählt das andere. Der im ausser-rhodischen Gais lebende Künstler präsentiert im MASI Lugano ‹grosse Bilder von mir mit kleinen Bildern von anderen›. Der Ausstellungstitel funktioniert so gut, weil er von Oehlen ist und weil er sich spätestens angesichts der Arbeiten als Spiel mit Werten, Kategorien und Zuordnungen erweist: Was heisst schon «Bilder», wenn einem eine der selten gezeigten, hyperrealistischen Figuren von Duane Hanson begegnet? Was heisst schon «von mir», wenn ein besonders prominent platziertes Bild das von Julian Schnabel gemalte Porträt Albert Oehlens ist? Was heisst schon «klein», wenn es ein Gemälde des grossen Willem de Kooning ist? Überhaupt sind die Amerikaner stark vertreten in Oehlens Sammlung, auch Richard Artschwager, Mike Kelley oder Paul McCarthy gehören dazu. Neben deren einzigartigen künstlerischen Gesten und ihrer gesellschaftlichen Relevanz ist die Malerei ein verbindendes Element in der Ausstellung. Das Spektrum reicht von Konrad Klapheck über Martha Jungwirth bis zu Daniel Richter und zeigt ausschnitthaft die grosse Heterogenität des Genres. Und mittendrin: Albert Oehlen. Konsequenterweise hängt der Künstler Werke aus seiner Hand den anderen zur Seite, denn seine eigene Arbeit, sein künstlerisches Interesse ist die Basis dieser Sammlung. Sie muss keinem äusseren Anspruch gerecht werden, sondern ist von seinem individuellen Interesse geprägt. Wenn sich inhaltliche oder formale Linien zu offenbaren scheinen wie etwa eine Vorliebe fürs Bunte, Knallige, so unterlaufen andere Werke diesen Eindruck umgehend. Die Präsentation bricht mit gewohnten kunsthistorischen Ausstellungsprinzipien, sie braucht keine chronologischen und thematischen Ordnungen oder eine ästhetische Logik. Die Sammlung Albert Oehlen ist wie der Künstler Albert Oehlen: eigenständig, sich den Kategorisierungen entziehend und immer stilsicher. 

Bis 
20.02.2022
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Albert Oehlen 05.09.202120.02.2022 Ausstellung Lugano
Schweiz
CH

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