Hans Remond

Hans Remond · Handbemalungen, 1983–1992, Polaroid

Hans Remond · Handbemalungen, 1983–1992, Polaroid

Hans Remond · Installation 2010, Acryl auf Leinwand, 250 x 600 cm. Foto: Martin P. Bühler

Hans Remond · Installation 2010, Acryl auf Leinwand, 250 x 600 cm. Foto: Martin P. Bühler

Hinweis

Hans Remond

Basel — Das Museum Rappaz zeigt das Werk von Hans Remond (*1932) mit Plastiken, Objekten, monochromen Bildern, Fotos und Figurenkasten aus fünfzig Jahren künstlerischer Praxis. Aufgewachsen in einer in die Schweiz geflüchteten deutschen Schauspielerfamilie besucht Remond nach einer Lehre die Malklasse an der Kunstgewerbeschule Basel. Nach malerisch-gestischen Anfängen unter dem Eindruck der amerikanischen Abstrakten beginnt er in den Siebzigerjahren, die Möglichkeiten des Raums zu erkunden, in Performances mit dem Saxofon, mit Bildern und Objekten. Eine reduzierte Farbigkeit in Weiss, Schwarz und den Grundfarben des Farbkreises sowie eine klare Formensprache zeichnen die Werke aus. Zum geometrischen Grundvokabular gesellen sich Zeichen, Zahlen und Elemente aus der Signaletik, wie beispielsweise Streifenmuster. Es entstehen unter anderem komplexe Holzskulpturen mit beweglichen Teilen, die von allen Seiten gesehen werden können. Auch wenn die Werke eher distanziert und konstruktiv wirken, wird der schöpferische Prozess durch spielerisches Erproben, ausgehend von einer wandelbaren Idee, getragen.
Mit den ‹Handbemalungen›, einer Serie von Polaroids, beginnt Remond in den Achtzigerjahren nach neuen Möglichkeiten der Verbindung von Fläche und Raum zu suchen. In der Verschränkung von Hand und Farbe, Drehung und Überlagerung entstehen Bilder, die den menschlichen Körper, Skulptur und Malerei verbinden. Das Ausstellungsplakat zeigt eine Version davon. Es sind weiss bemalte Hände mit je einem schwarzen Kreuz und Dreieck. Die Hand als Werkzeug des Künstlers wird zum Träger absoluter Formen. Mit den Gegensätzen, hautnah und distanziert zugleich, öffnet sich ein Fächer an Assoziationen: Strömungen des Konstruktivismus und Suprematismus, Symbolhaftes, Sakrales oder rituelle Bemalungen scheinen auf.
Zur jüngsten Werkgruppe gehören weisse Schnurbilder. Es sind Leinwände, überspannt mit einem orthogonalen Netz aus Schnüren. Weiss übermalt treten sie als feines Relief auf. Sie spielen mit dem Licht und erinnern an Saiten eines Instruments. Zusammen mit feinen Bleistiftzeichnungen werden sie in einem Ausstellungsraum gezeigt. Die Farbe Weiss lässt hier Bild und Architektur zu einem scheinbar unbegrenzten, schwingenden ‹weissen Raum› verschmelzen. 

Bis 
13.02.2022
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Hans Remond 17.12.202113.02.2022 Ausstellung Basel
Schweiz
CH
Autor/innen
Iris Kretzschmar
Künstler/innen
Hans Rémond

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