Hello, Robot

R2-D2, Krieg der Sterne. Episode IV – Eine neue Hoffnung, 1977 © Twentieth Century Fox and Lucasfilm Ltd.

R2-D2, Krieg der Sterne. Episode IV – Eine neue Hoffnung, 1977 © Twentieth Century Fox and Lucasfilm Ltd.

Gina Leon und Zos Lee for AKA · Mu-sio K, AKA, LLC

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Hinweis

Hello, Robot

Weil am Rhein — Robin ist ganz niedlich, ein Knirps, kaum kniehoch, und ausgestattet mit Kulleraugen. Aibo erinnert an einen Beagle. Die beiden so unterschiedlichen Kreaturen sind Unterhaltungsroboter. Mit seiner Open-­Source-Software kann Aibo wie ein wirklicher Hund von Herrchen oder Frauchen zu einer individuellen Hundepersönlichkeit herangezogen werden. Zusammen mit weiteren gut zweihundert Exponaten bestücken die beiden die Ausstellung ‹Hello, Robot› im Vitra Design Museum. Die war 2017 die erfolgreichste Präsentation in der Geschichte des Museums in Weil am Rhein. Nach ihrer Welttournee ist sie jetzt an den Ausgangspunkt zurückgekehrt – angereichert mit Beispielen aus der Fülle neuer Tendenzen auf dem Gebiet der Robotik.
Roboter sind längst in unserer Gegenwart angekommen. Die Robotik durchsetzt unser Leben, ob in Gestalt wendiger Industrieroboter, pünktlicher Transportdrohnen oder autonom arbeitender Staubsauger und Rasenmäher. Als wären es Haustiere, haben wir zu Letzteren bereits eine liebevolle Beziehung entwickelt. Automobile sind (teil-)robotisiert, das selbstfahrende Auto ist wohl nicht mehr fern – auch nicht das nächste grosse Ding in der Robotik, das IdD oder «Internet der Dinge». Roboterträume von der Moderne – die auch den Begriff prägte – bis zur Gegenwart stehen in Gestalt humanoider Maschinen Spalier gleich im ersten Raum der Ausstellung, die mit einer Fülle von Objekten, Abbildungen, Filmausschnitten aufwartet. Star ist der originale R2-D2 aus ‹Star Wars›. Der Schreibroboter ‹manifest› demonstriert seine Künste wie der Zwei-Arm-Industriearbeiter ‹YuMi›. Bereits heute agieren Maschinen wie ‹Mu-sio› mit kommunikativer und sozialer Kompetenz als Freund und Helfer des Menschen. Auch robotisiertes Spielzeug für Telesex in der Fernbeziehung findet schon Verwendung.
Dagegen steht der unter die Haut implantierte xBT-Chip, der Türen öffnen kann, für die zunehmende Verschmelzung von Mensch und Roboter. Dass sich der irakische Künstler Wafaa Bilal eine Webcam in den Hinterkopf implantieren liess, deren Bilder auf seine Website flossen, sollte auf Überwachungstechnologien aufmerksam machen. War der Roboter bis an die Schwelle zur Gegenwart ein utopischer Menschheitstraum, so könnte er sich in der Realisierung als Alptraum erweisen. Die glänzend informierte, wohltuend sachlich-kritische Ausstellung misst das gesamte Feld zwischen Utopie und Dystopie aus, ohne selbst Stellung zu beziehen. Gefragt ist vielmehr das Urteil der Besucher:innen. 

Bis 
05.03.2023
Institutionen Land Ort
Vitra Design Museum Deutschland Weil am Rhein
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Hello, Robot 24.09.202205.03.2023 Ausstellung Weil am Rhein
Deutschland
DE
Autor/innen
Hans-Dieter Fronz

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