Jean-Frédéric Schnyder

Jean-Frédéric Schnyder · Ausstellungsansicht Secession, Wien, 2022. Foto: Pascal Petignat

Jean-Frédéric Schnyder · Ausstellungsansicht Secession, Wien, 2022. Foto: Pascal Petignat

Hinweis

Jean-Frédéric Schnyder

Wien — Jean-Frédéric Schnyder (*1945, Basel) im Hauptraum der Wiener Secession: ein Zusammenprall der Stile und künstlerischen Haltungen, die an entgegengesetzten Spektren der Kunstuniversen angesiedelt sind. Hier das schöngeistige, bürgerlich-geordnete verfeinerte Destillat des Wiener Jugendstils und da der etwas ruppige, eigenwillige, stets obrigkeitsskeptische Schweizer Maler. 102 klein- bis mittelformatige Ölbilder Schnyders – das früheste von 1983 – sind hier in einer Linie entlang der vier Wände in gleichmässigem Abstand gehängt. Der grosse Raum bleibt bis auf zwei Skulpturen leer, eine Glastür zum rückwärtigen Aussenbereich der Secession gewährt Blick ins Freie und wird als «Live-Bild» in die Ausstellung integriert. Schnyders Motiv- und Stilwelt ist äusserst abwechslungsreich, sie reicht von Landschaften, pixelartigen Blumenstillleben und Schriftbildern bis hin zu Pop-Art oder pastosen Bad Paintings. Er scheint zu zitieren, aber dennoch liegt ihm an einer eigenen künstlerischen Sprache. Idee ist alles, Malerei ist Konzept. So kommentiert der Künstler auch die Frage, was es mit einem Bild mit zwei identischen Biertrinkern auf sich habe, mit der lakonischen Antwort, dass es einerseits um das «doppelte Sehen» im Zustand des Angetrunkenseins gehe, andererseits aber es gar nicht so leicht sei, ein Porträt exakt gleich zu wiederholen. 

Bis 
05.02.2023

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