«Naga»

Burmesische Naga an einem Festival in Nampong im indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh.?Foto: Alban von Stockhausen

Burmesische Naga an einem Festival in Nampong im indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh.?Foto: Alban von Stockhausen

Hinweis

«Naga»

Nagaland liegt ganz im Nordosten von Indien und grenzt an Myamar (Burma). 30 ethnische Gruppen, die heute grösstenteils Baptisten sind, machen die rund 2 Millionen Einwohner aus, die - früher als notorische Kopfjäger gefürchtet - heute aufgrund von Unabhängigkeitsbestrebungen in Konflikte mit Indien verwickelt sind. Mit drei Kulturschocks hatte sich die Kultur der Naga - ein Begriff, der Nacktheit, Wildheit und Naturnähe impliziert - auseinanderzusetzen. Im 19. Jahrhundert wurde Indien von den Briten kolonisiert, welche ihren Machtbereich sukzessive auf Nagaland ausweiteten. Mit dieser schrittweisen Einnahme gingen die Feldzüge der Heidenbekehrung einher, die vor allem im 20. Jahrhundert die indigene Bevölkerung überrollten. 1961, nach einer Zwischenetappe unter der Gouvernementschaft von Assam, wurde das kleine Land dem Giganten Indien als Bundesstaat unterstellt, was zu einem fast 60-jährigen Dauerkonflikt führte. Erst seit 2001 sind touristische Reisen wieder möglich. Während der vergangenen 150 Jahre war Nagaland also in gewaltige Umwälzungen verwickelt, welche das soziale Gefüge und die lokalen Traditionen stark veränderten. Erstmals werden nun die während der britischen Kolonialzeit angelegten Sammlungen zur materiellen Kultur der Naga aus Museen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands umfassend präsentiert, wobei die Zürcher Ausstellung vor allem auf die diachrone Entwicklung, die Brüche zwischen Vergangenheit und Zukunft, fokussiert. Basel präsentiert zusätzlich ein interaktives Video des aus Nagaland stammenden Temsuyanger Longkumer sowie Werke von 1992-2008 der Zürcher Künstlerin Cristina Fessler, die - laut Pressetext - «eine Brücke bilden zwischen hier und dort».

Bis 
16.05.2009

«Naga - Schmuck und Asche», Völkerkundemuseum der Universität Zürich, bis 1.3. «Naga Identitäten: Zeitenwende einer Lokalkultur im Nordosten Indiens», Benteli Verlag und Snoeck Publishers, 2008
«Naga - Eine vergessene Bergregion neu entdeckt», Museum der Kulturen Basel, bis 17.5.09. Cristina Fessler, «Scrapbuch Nagaland». Regenbogen, Konstanz, 2008

Werbung