Kilian Rüthemann

Kilian Rüthemann · Run Part One, 2015.
Foto: Serge Hasenböhler

Kilian Rüthemann · Run Part One, 2015.
Foto: Serge Hasenböhler

Kilian Rüthemann · Run Part Two, 2015.
Foto: Serge Hasenböhler

Kilian Rüthemann · Run Part Two, 2015.
Foto: Serge Hasenböhler

Hinweis

Kilian Rüthemann

Für das Jahresaussenprojekt schafft Kilian Rüthemann (*1979, Bütschwil, St.Gallen) mit seinem zweiteiligen Werk ‹Run› starke Bilder, in denen er seine Untersuchung zu Aggregatzuständen von Material fortsetzt.
‹Run Part One› prangt als verführerische, riesige Fotografie an der Stirnseite des Gebäudes. Das Bild zeigt in seiner fotografischen Stillstellung den endlos anmutenden, zarten Fluss geschmolzener Schokolade und deren Ablagerung in einer skulpturalen Anhäufung. Ausschnitthaft und extrem vergrössert wird auf Fluss und Anhäufung fokussiert und ein banaler, alltäglicher Vorgang hochästhetisiert und ikonenhaft gezeigt.
‹Run Part Two› ist horizontal auf dem Vorplatz angelegt und besteht aus zwei sich leicht überlappenden rechteckigen Asphaltbahnen. Visuell erscheinen diese zunächst stark gestisch, meint man doch, hier würden zwei schwarze, weiche Matten ausgerollt. Tatsächlich handelt es sich um eine Gussarbeit, die von Strassenarbeitern präzise ausgeführt wurde. Für einmal konnten sie in Ruhe und ohne genervte Blicke ihre Arbeit tun, und dies in der Gewissheit, dass ihr Werk bald mit Kunst-Augen betrachtet würde. In einem Akt der Verdoppelung kommt hier Asphalt auf Asphalt zu liegen, und die Aufmerksamkeit richtet sich paritätisch auf Werk und Werkträger, den Vorplatz. Dieser erscheint nun viel grösser, und das Werk deckt seine Unebenheiten und Schrägen auf. Der Lauf, die Strecke, die Dauer, der Verlauf sowie Laufen sind Bedeutungen des englischen Wortes «run» - und alle klingen sie in Rüthemanns Werk an. Insbesondere kann ‹Run Part Two› auch als ironische Aufforderung gelesen werden: Run! Leg einen kurzen Sprint über das Werk hin!
In der gemeinsamen Betrachtung der zwei Runs scheint das berühmte Werk ‹Asphalt Rundown›, 1969, von Robert Smithson auf: Smithson hatte damals eine Ladung heissen Teers einen Abhang runterkippen lassen. Das Werk markierte den Beginn von Smithsons Untersuchungen zur Entropie. Das Gesetz der Entropie besagt, dass Energie nicht spontan entsteht, sondern in einem geschlossenen System zwangsläufig abnimmt. Dabei gleichen sich Strukturen an und wechseln in einen Zustand bleibender Gleichförmigkeit. Zudem referierte Smithson in ‹Rundown› auf das gestische Action-Painting von Jackson Pollock.
Vor diesem Hintergrund gelingt es Rüthemann, ohne viel Action gestische anti-gestische Bilder zu schaffen, die ungemein viel Bilddenkstoff liefern.

Bis 
30.12.2015
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Kunsthaus Baselland Schweiz Basel/Muttenz
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Kilian Rüthemann 23.01.201531.12.2015 Ausstellung Basel/Muttenz
Schweiz
CH
Künstler/innen
Kilian Rüthemann
Autor/innen
Françoise Theis

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