20 Jahre Kunst Raum Riehen

Kilian Rüthemann · Ohne Titel, 2018, Stahl, Brandschutzputz, je ca. 25 x 25 x 316 cm. Foto: Helena Schneider

Kilian Rüthemann · Ohne Titel, 2018, Stahl, Brandschutzputz, je ca. 25 x 25 x 316 cm. Foto: Helena Schneider

Kaspar Müller · a certain lack of coherence, 2018, 4 Metallregale und diverse Objekte; Yang Fudong · The Evergreen Nature of Romantic Stories (2), 1999, Farbfotografie, Chromogenic Print, 78 x 110 cm, Courtesy ShanghArt Gallery, Shanghai. Foto: Helena Schneider

Kaspar Müller · a certain lack of coherence, 2018, 4 Metallregale und diverse Objekte; Yang Fudong · The Evergreen Nature of Romantic Stories (2), 1999, Farbfotografie, Chromogenic Print, 78 x 110 cm, Courtesy ShanghArt Gallery, Shanghai. Foto: Helena Schneider

Hinweis

20 Jahre Kunst Raum Riehen

Basel / Riehen — Der Kunst Raum Riehen feiert sein 20-jähriges Bestehen. In Nachbarschaft zur Fondation Beyeler gelegen, gilt die Institution als Sprungbrett für junge Positionen. Ihren guten Ruf verdankt sie einer engagierten Kommission für Bildende Kunst. Zusammengesetzt aus Kunsthistorikerinnen und Künstlern, hat der Kunst Raum seit 1998 stattliche 113 Ausstellungen realisiert und den Blick für experimentelle Ausdrucksformen in unterschiedlichsten Medien geschärft. Nicht wenige Künstler/innen erhielt hier eine Chance, an die Öffentlichkeit zu treten und eine internationale Karriere zu starten. So zeigte Tobias Madison 1997 hier seine erste Soloschau – jetzt ist er mit einer Art modernem Totentanz vor Ort: In Kollaboration mit einem brasilianischen Künstler sind Zeichnungen von zwei munteren Skeletten entstanden, die sich gegenseitig entfesseln, um auf die geopolitische Lage der Kunst aufmerksam machen. Im gleichen Raum ist Pedro Wirz mit Objekten präsent, die – auf der alten brasilianischen Legende des Corpo secco basierend – Beine und archaische Behältnisse zeigen. Für das Jubiläum wurden zwanzig bedeutende Positionen auserkoren, die mit dem Kunst Raum eng verbunden sind. Ugo Rondinone zeigt auf dem Gemeindeplatz eine mannshohe Skulptur, während Yves Scherrer im Hof eine Plastik präsentiert, die sich auf Bilder Prominenter im Internet bezieht. Andere Künstler/innen fokussieren auf die Architektur des Hauses, wie Kilian Rüthemann, oder setzen sich mit Zeit und Geschichte auseinander. Im Dachstock zeigt Kaspar Müller den eigens für den Ort geschaffenen Kunstspeicher mit kostbaren und skurrilen Fundstücken. Sie verbinden 2000 Jahre menschlicher Kreativität und unterstreichen die Wichtigkeit von Kultur. Auch die subtilen Filmstills von Yang Fudong emulgieren östliche Tradition mit westlicher Zivilisation. Im Erdgeschoss begrüsst uns das kühne Empfangskomitee der Reines Prochaines. Sie sitzen Zigarren rauchend im Evakostüm auf einem Sofa. Im angrenzenden Raum ist ‹J’aime Eva› von Rodrigo Hernandez zu sehen. Er referiert mit der Rauminstallation auf die erste Collage von Picasso (1912), eine Hommage an die heimliche Geliebte Eva Guelle. Es bleibt zu hoffen, dass die schöpferische Saat, die über viele Jahre hinweg im Kunst Raum sorgfältig ausgelegt wurde, in Zukunft weiter Früchte trägt und nicht zum Opfer politischer Schachzüge wird.

Bis 
28.10.2018

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