Kühne / Klein, Vera Mercer, Christian Rothmann

Vera Mercer · Red Headed Woodpecker, 2008, Fotoprint auf Papier

Vera Mercer · Red Headed Woodpecker, 2008, Fotoprint auf Papier

Hendrikje Kühne / Beat Klein · Am Stausee, 2018, 70 x 100 cm, Collage aus S/W Ansichtspostkarten

Hendrikje Kühne / Beat Klein · Am Stausee, 2018, 70 x 100 cm, Collage aus S/W Ansichtspostkarten

Hinweis

Kühne / Klein, Vera Mercer, Christian Rothmann

Basel — Das gemeinsame Projekt -‹abBild› mit Vera Mercer (*1936), Kühne/Klein (*1962/*1954) und dem polnischen Maler Christian Rothmann (*1954) geht auf das Jahr 2013 zurück, als Kühne/Klein im Bemis Center for Contemporary Art in Omaha einen Residency-Aufenthalt hatten. Sie logierten im gleichen Gebäude, in dem einst Eva Aeppli arbeitete. Hier trafen sie auf Vera Mercer, die erste Frau von Daniel Spoerri. Die 82-jährige Fotografin stellt erstmals in der Schweiz aus. Sie war Teil des Nouveau Réalisme der Sechzigerjahre in Paris und hat nicht nur Werke von Tinguely, Duchamp und Yves Klein dokumentiert, sondern auch eindrückliche Porträts der Künstlerszene eingefangen. In den zum Abriss bestimmten Pariser Markthallen entdeckte sie damals ihr Motiv, das sie fortan nicht mehr losgelassen hat: üppige Stillleben, die an barocke Gemälde erinnern. Sie inszeniert Nahrungsmittel, Kerzen und Blumen, lässt Tiere zwischen Pokalen Unterschlupf finden und arrangiert Gemüse und fragile Blüten als Vanitas-Motive. So liegt ein Buntspecht in Rückenlage zwischen rotleuchtenden Himbeeren auf einem Porzellanteller, während sich im Hintergrund flüssig gewordener Käse über Weingläser auf Tafelsilber ergiesst. Erst in der konzentrierten Nahsicht wird die digitale Bearbeitung erkennbar, wenn kleine Irritationen Bildmanipulationen deutlich machen.
Die jüngsten Bergcollagen von Hendrikje Kühne und Beat Klein zeigen Ausblicke ins Gebirge, für einmal in Schwarz-Weiss. Die reiche Abstufung in Grisailletönen erinnert an Radierungen aus dem 17./18. Jahrhundert. Das Künstlerduo Kühne/Klein stöberte in einem Antiquariat einen Stapel von alten Postkarten auf, die sie in bewährter Manier aus unzähligen Fragmenten zu neuen Überblickslandschaften collagierten. Gletscher und Seen erstrecken sich zwischen schroffen Berghängen zum Horizont hin. Nicht nur inhaltlich, sondern auch formal nehmen sie auf die dargestellte Natur Bezug. Felsstrukturen wachsen gleichsam wie künstliche Kristalle aus zackigen Formen aus «Stein», während sich Wasserflächen aus horizontal gelagerten Seespiegeln ausbreiten.
Als Dritter im Bunde ist der polnische Maler Christian Rothmann mit Aquarellen präsent, die sich an der Grenze zur Abstraktion bewegen.

Bis 
27.10.2018

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