Werner Bischof

Werner Bischof · Nude, Zurich, Switzerland, 1941 © Magnum Photos

Werner Bischof · Nude, Zurich, Switzerland, 1941 © Magnum Photos

Werner Bischof · Worker resting near the ruins of the Reichstag, Berlin, Germany, 1946 © Magnum Photos

Werner Bischof · Worker resting near the ruins of the Reichstag, Berlin, Germany, 1946 © Magnum Photos

Hinweis

Werner Bischof

Kriens — Werner Bischof (1916–1954) ist wohl der bekannteste Schweizer Fotograf. Er ist Autor mancher Ikone der Fotogeschichte – des Flöte spielenden Jungen in den Anden, des zerstörten Reichstags in Berlin, der um Nahrung bittenden Frau in Bihar, des weinenden Kindes in Ungarn und vieler anderer. Bischof ist ein Mythos der Fotogeschichte. Aber: Sehr viele, vor allem jüngere Menschen, kennen wohl seinen Namen oder einzelne Bilder, überblicken aber kaum sein Werk. So erfüllt die von Magnum Photo Paris und Marco Bischof vom Werner Bischof Estate aus Anlass des 100. Geburtstags des Fotografen gestaltete Übersichtsausstellung, die in Kriens Halt macht, auch dann eine wichtige Funktion, wenn sie kaum zu neuen Erkenntnissen führt, doch Bischof für viele erstmals erschliesst. Es ist das Bild eines Künstlers, der die sachlich-nüchterne und unbestechliche Präzision der Zürcher Finsler-Schule mit einer zutiefst humanitären und auch pazifistischen Werten verpflichteten Fotografie der Nachkriegsjahre in Europa und Übersee verbindet. Das unterscheidet ihn von manchen Schweizer Fotografen seiner Zeit. Das Bellpark-Museum präsentiert die zahlreichen Exponate – lauter Originalabzüge – weitgehend chronologisch und setzt mit der frühen, noch deutlich der Finsler-Schule verpflichteten Objekt-, Mode- und Aktfotografie ein. Die Bilder aus dem zerstörten Europa, in das Bischof gleich nach 1945 aufbrach, sowie aus dem Fernen Osten, aus den USA und aus Südamerika, wohin ihn sein rastloses Reisen führte, bezeugen das untrügliche Gefühl für genau komponierte und kalkulierte, klassische Schönheitsideale (Proportion, Diagonalwirkung, Raumtiefe, Lichtführung). Aus diesen Bildern mögen gut schweizerische Solidität und ein Vertrauen auf klug eingesetztes Handwerk sprechen. Die inhaltliche Stossrichtung ist aber stets klar ausgerichtet auf Solidarität mit den armen, entrechteten, unter den Kriegen der Mächtigen leidenden Menschen, deren existenzielle Nöte Bischof beklemmend und mit Sinn für emotionale Wirkung ins Bewusstsein ruft. Dazu gesellt sich, zumal in den Bildern aus Japan oder Südamerika, die oft vom einträchtigen Zusammenleben der Menschen im Einklang mit ihrem natürlichen Lebensraum handeln, die Sehnsucht nach utopischer Schönheit und Harmonie.

Bis 
04.11.2018
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Werner Bischof - Standpunkt 25.08.201804.11.2018 Ausstellung Kriens
Schweiz
CH
Künstler/innen
Werner Bischof
Autor/innen
Niklaus Oberholzer

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