Claudio Moser

Claudio Moser · Orto Botanico I, 1989/2019 © ProLitteris

Claudio Moser · Orto Botanico I, 1989/2019 © ProLitteris

Claudio Moser · Keramporiel, 2018/2019 © ProLitteris

Claudio Moser · Keramporiel, 2018/2019 © ProLitteris

Hinweis

Claudio Moser

Castasegna — Dieses Jahr bespielt der Fotograf Claudio Moser die denkmalgeschützte Villa Garbald, die durch Gottfried Semper 1862 entworfen und 2004 durch die Architekten ­Miller & Maranta renoviert und mit dem Neubau ‹Roccolo› ergänzt wurde. Mosers Ausstellung ‹La notte (coperte di lana su divano)› verweist auf eine stimmungsvolle Fotografie von Andrea Garbald, deren Arbeit im ersten Raum der Villa präsentiert ist. Garbald ist dem fotografischen Piktorialismus verpflichtet und in diesem Sinne lässt Claudio Moser den Besucher in eine ähnliche Form von Narration eintauchen. Achtundvierzig Aufnahmen im A3-Format und in silbernen Rahmen finden sich im Salon, in der Bibliothek, im Bad, in den Gängen und vor allem in den Zimmern und geben ­aussergewöhnliche und alltägliche ­Momente, Ausblicke und Durchblicke wieder. Immer wieder wecken die unterschiedliche Lichtregie, eine Technik der Schichtung, Überlagerung und der Übergänge sowie gegensätzliche Motive die Aufmerksamkeit. Man stelle sich einen Besucher der Villa vor, der sich nach einem Seminartag auf sein Zimmer zurückzieht. Diesem Moment sind Claudio Mosers Bilder geschuldet, denn diese Situation lässt er in privaten und intimen Motiven aufblitzen. Bald korrelieren Strukturen eines Geländermotivs in ‹Lungomare› mit denen einer Sprungfedermatratze im Zimmer. Bald schweift der Blick auf die Nahaufnahme einer langblättrigen Pflanze in einem botanischen Garten und weiter über die Dächer von Castasegna. In der Ausstellung werden jedoch auch Aufnahmen gezeigt, die an Filmstills erinnern und uns auf eine Reise ins französische Keramporiel, 2018/2019, das slowakische Cilistov, 1999/2019, den JFK II in New York, 1996/2019, oder andere wundersame Orte leitet. Und in ‹Mon Désir›, 2016/2019, fühlt man sich in ein altes, dunkles Gemäuer versetzt, in das ein Lichtkegel fällt. Über eine Öffnung führt der Blick auf eine Wegstrecke ins Irgendwo. Und während wir uns in Claudio Mosers Werk mit architektonischen Versatzstücken aus dem Innen- und Aussenraum vorantasten, stossen wir fortan auf unsere persönlichen Geschichten.

Bis 
27.06.2020
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Villa Garbald Schweiz Castasegna
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Claudio Moser 06.07.201927.06.2020 Ausstellung Castasegna
Schweiz
CH
Autor/innen
Ursula Meier
Künstler/innen
Claudio Moser

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