Sabine Hertig

Sabine Hertig · Mirror 2, 2016, Analoge Collage auf Holz, 61 x 50 cm, Galerie Stampa Basel

Sabine Hertig · Mirror 2, 2016, Analoge Collage auf Holz, 61 x 50 cm, Galerie Stampa Basel

Sabine Hertig · ohne Titel, 2019, Analoge ­Collage auf Papier, 17 x 25,5 cm, Courtesy ­Galerie Stampa Basel

Sabine Hertig · ohne Titel, 2019, Analoge ­Collage auf Papier, 17 x 25,5 cm, Courtesy ­Galerie Stampa Basel

Hinweis

Sabine Hertig

Basel — Unter dem sprechenden Titel ‹Rever­berate›, zurückschlagen oder nachklingen, zeigt Sabine Hertig (*1982) in der Galerie Stampa neue Werke. Seit über zehn Jahren hat sich die Künstlerin der Collage verschrieben und das Medium eigenwillig weiterentwickelt. Tausende von Fragmenten aus der medialen Bilderflut leben in ihren kleinformatigen und monumentalen Collagen weiter, fügen sich zum Nachhall eines kulturellen Bildergedächtnisses zusammen. Die unterschiedlichen Formate bedingen verschiedene Herangehensweisen, sowohl in der Herstellung als auch in der Betrachtung. Während sich im Kleinformat zwei bis drei Ausschnitte zu einem neuen Bildgeschehen verbinden, verdichten sich in den ­grossen Tableaus zahllose Papierteile zu ungegenständlichen Strömen aus Hell und Dunkel. Wie geht sie dabei vor? Nach einer vagen Idee skizziert Sabine Hertig eine ungefähre Komposition auf grosse Leinwände. Aus alten Kulturmagazinen schneidet sie Details aus und montiert sie in mehreren, ineinandergreifenden Schichten. Im Sog des schöpferischen Prozesses und des steten Reagierens auf die Bilder kristallisieren sich neue dynamische Strukturen heraus, Abgründe öffnen sich und ziehen das Auge in die Tiefe oder lassen es auf den Wellen des Helldunkels reiten. Sabine Hertig präsentiert ihre grossen, schwarzweissen, mehrteiligen ‹Landscape-Zyklen›, ­2016–18, parallel in der Galerie Stampa und im Rahmen der Gruppenausstellung ‹Zeit/Ge/Schichten / Von kollektiven und persönlichen Narrationen› im Kunsthaus Baselland. Sie wirken wie überwältigende, abstrakt-expressive Gemälde und ziehen den Blick in Bann. Das einzelne Fragment verliert an Informationswert und mutiert zur malerischen Geste, bestimmt durch bildnerische Vorgaben wie Grösse, Richtung, Tonwert und Textur. Für das Verständnis der gros­sen Collagen sind zwei Sichtweisen unabdingbar: der sezierende Blick aus der Nähe und die Auflösung in der Distanz. In Nahsicht zeigt sich eine Vielzahl an Motiven und Verweisen, aus der Distanz werden grosszügig geführte Kompositionslinien und die Lichtregie deutlich. Auflösung und Verdichtung, Malerei und Fotografie ermöglichen sowohl ein Involviertsein wie auch eine kritische Distanznahme. Die Künstlerin steht zwischen Vergangenheit und Gegenwart, erforscht, was heute ein Bild sein kann und was es früher war. Dabei wird deutlich, dass in den neuen digitalen Zeitspeichern viel Malereitradition enthalten ist. Trümmerfelder, die mit fragmentierten Leibern übersät sind, wecken Erinnerungen an apokalyptische Szena­rien. Oder an die gewaltigen Bildtheater von alten Meistern, in denen sich historische Dramen mit aktueller politischer Brisanz verbinden.

Bis 
26.10.2019

→ Galerie Stampa, bis 26.10.; Publikation, Christoph Merian Verlag und Film ↗ www.stampa-galerie.ch
→ Kunsthaus Baselland, bis 10.11. ↗ https://kunsthausbaselland.ch

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Kunsthaus Baselland Schweiz Basel/Muttenz
STAMPA Schweiz Basel
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SABINE HERTIG - Reverberate 06.09.201926.10.2019 Ausstellung Basel
Schweiz
CH
Künstler/innen
Sabine Hertig
Autor/innen
Iris Kretzschmar

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