Spiel der Kultur(en)

Spiel der Kultur(en) – Asien neu ausgestellt, 2019, Ausstellungsansichten Historisches und Völkerkundemuseum / Stiftung Landhaus Unterrain, Carl und Katharina Liner

Spiel der Kultur(en) – Asien neu ausgestellt, 2019, Ausstellungsansichten Historisches und Völkerkundemuseum / Stiftung Landhaus Unterrain, Carl und Katharina Liner

Spiel der Kultur(en) – Asien neu ausgestellt, 2019, Ausstellungsansichten Historisches und Völkerkundemuseum / Stiftung Landhaus Unterrain, Carl und Katharina Liner

Spiel der Kultur(en) – Asien neu ausgestellt, 2019, Ausstellungsansichten Historisches und Völkerkundemuseum / Stiftung Landhaus Unterrain, Carl und Katharina Liner

Hinweis

Spiel der Kultur(en)

St. Gallen — Im Historischen und Völkerkunde­museum erlebt man mit ‹Spiel der Kultur(en) – Asien neu ausgestellt›, eine sammlungsgeschichtlich moderne Präsentation der Asienabteilung mit ihren 10’000 Exponaten aus dem Nahen und Fernen Osten. Die Szenografie der Dauerausstellung ist nicht wie bisher epochal und nach Kulturen gegliedert. Themen­übergreifende Begegnungen von Asiatica aus unterschiedlichen Ethnien und aus neun ­Bereichen werden zu einem Spiel der Erkundung für den Homo ludens. Empfangen werden wir im alltäglichen Bereich ‹Mensch. Spiel der Begegnung›. Der Kurzfilm ‹Asia with us› zeigt Personen mit asiatischen Wurzeln und wohnhaft in der Ostschweiz mit typischen, variierenden Begrüssungsformeln. Die Vielfalt zeigt sich parallel in den Hunderten von Schriften und mehreren Tausend Sprachen, wofür ein singhalesisches Manuskript mit Tinte auf Blättern der Talipotpalme, eine 4000 Jahre alte Keilschrift aus dem Zweistromland und eine Landkarte stehen, die Handelseinflüsse entlang der Seidenstrasse abbildet. Das Kuratorenteam möchte den Begriff des Spiels nicht abschätzig oder in einem exotischen Sinne verstanden haben. Der Kulturhistoriker Johan Huizinga vertritt die Meinung, dass sich im Osten und Westen erst über den Spieltrieb Gemeinschaft und Kultur mit ihren Codes entwickelten. Das Spiel findet sich in frühester Form im religiösen Ritual. Künstlerisch hochstehende Gegenstände sind in der Ausstellung präsentiert, die für feierliche Handlungen bestimmt sind. Zu sehen sind ein aus Hirnschale mit Türkisen und Korallen bestückter tibetischer Becher, der Wein in Weisheitsnektar verwandeln soll, und grosse bearbeitete Trommeln für buddhistische Schamanenzeremonien. Auch aufwendig gestaltete Geistermasken und Zauberamulette sind Prunkstücke im Bereich Beschwörung. Exemplarisch für die Beherrschung des Stils stehen die Spielfiguren des Schattentheaters. Zum Ausprobieren stehen asiatische Spiele wie das syrische Backgammon zur Verfügung und man erfährt, dass das Schachspiel in Indien erfunden wurde. Immer wieder sind das Eigene im Fremden und die gegenseitige Befruchtung der Kulturen präsent. Für diesen gelebten Austausch steht auch die naturalistisch nachempfundene Figur der Genfer Bloggerin und Designerin Diana Rikasari, die japanische Kleidung im modischen Lifestyle trägt und ein Handy zum Knipsen hochhält.

Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Spiel der Kultur/en 16.02.201931.12.2019 Ausstellung St. Gallen
Schweiz
CH
Autor/innen
Ursula Meier

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