Writing History of the Future

Alberto Biasi · Light Prisms, Cinereticolo spettrale, 1962–1965, mobile Kristallprismen, Plexiglas-Blöcke, Elektromotoren, Holzgehäuse, Courtesy ZKM © ProLitteris. Foto: Felix Grünschloss

Alberto Biasi · Light Prisms, Cinereticolo spettrale, 1962–1965, mobile Kristallprismen, Plexiglas-Blöcke, Elektromotoren, Holzgehäuse, Courtesy ZKM © ProLitteris. Foto: Felix Grünschloss

Christian Megert · Glasbuch, 1961, Siebdruck, Glas, Spiegel, Courtesy ZKM © ProLitteris. Foto: Felix ­Grünschloss

Christian Megert · Glasbuch, 1961, Siebdruck, Glas, Spiegel, Courtesy ZKM © ProLitteris. Foto: Felix ­Grünschloss

Hinweis

Writing History of the Future

Karlsruhe — Im aktuellen Ranking von ArtFacts, der weltweit umfangreichsten Datenbank zur Kunst, belegt das ZKM Karlsruhe einen vorzüglichen vierten Platz – gleich nach dem MoMA in New York, der Biennale in Venedig und dem Pariser Centre Pompidou. Die hervorragende Platzierung verdankt das ZKM nicht nur einer der umfangreichsten Sammlungen an Videokunst, sondern der wohl weltweit grössten Medienkunstkollektion. Dabei sind diese Sammlungsbereiche nur ein Teil der Kunstbestände des Museums. Sein 30-Jahre-Jubiläum nimmt das ZKM zum Anlass, seine Schausammlung als Querschnitt dieser Bestände einzurichten. ‹Writing the History of the Future› bietet in Phase I rund 320 Kunstwerke. Ab dem 19. Juli kommen in Teil II noch einmal über 200 Werke dazu. Der Titel der Präsentation zitiert die Beobachtung, dass Künstler häufig gleichsam als Scouts und Pioniere gesellschaftlicher Entwicklungen agieren. Das gilt auch und gerade heute: Medien­künstler zählen zur Avantgarde der globalen Community der Computerfreaks, welche die Möglichkeiten der digitalen Medien ausloten. Und diese Medien bestimmen zunehmend die Formen unserer Wahrnehmung der Welt wie unserer Kommunikation. «Von der Buchseite zur Website, vom Tafelbild zum Bildschirm», so beschreibt man im ZKM diesen Trend. Doch die Ausstellung bietet nicht nur Medienkunst. Vielmehr fächert sie das gesamte Spektrum der Kunstsammlung des ZKM auf. Eine Kunstrichtung wie die Op Art etwa lässt sich als Wegbereiterin für Kunstformen beschreiben, die auf Wahrnehmungserweiterung setzen. Teil eins liefert jetzt so etwas wie die Vor- und Frühgeschichte computerbasierter Kunstformen. Es geht um ästhetische Experimente mit Schrift und Sprache in der visuellen und konkreten Poesie – oder um partizipative Richtungen, die das Publikum zum interaktiven Mitschöpfer eines Kunstwerks machen. 1959 liess Theo Lutz den Computer aus Wörtern und Sätzen von Kafkas Roman ‹Das Schloss› neue, nämlich «Stochastische Texte» generieren. Die Permutationen von Wörtern, Sätzen oder Buchstabenfolgen in der visuellen Poesie nehmen spielerisch bereits die Verfügbarkeit des (nicht nur sprachlichen) Materials in den digitalen Medien vorweg. Und mit früher Video- und Medienkunst werden die Anfänge einer Entwicklung beleuchtet, die in der Computerkunst mündet. Op Art wiederum macht die Betrachtenden nicht selten zu Mitakteuren oder Mitschöpfern eines Kunstwerks – Vorbild für eine Demokratisierung von Kunst, wie sie auch heutigen Medienkünstlern vorschwebt. 

Bis 
28.03.2021
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
»Writing the History of the Future. Die Sammlung des ZKM« 13.05.202021.03.2021 Ausstellung Karlsruhe
Deutschland
DE
Künstler/innen
Alberto Biasi
Autor/innen
Hans-Dieter Fronz
Christian Megert

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