Bettina Carl

Bettina Carl · Luchs, 2020, aus der Werkgruppe ‹Einsilbige Tiere›, Pastellkreide und Kohle auf Papier, 150 x 122 cm © ProLitteris

Bettina Carl · Luchs, 2020, aus der Werkgruppe ‹Einsilbige Tiere›, Pastellkreide und Kohle auf Papier, 150 x 122 cm © ProLitteris

Bettina Carl · Nerz, 2020, aus der Werkgruppe, ‹Einsilbige Tiere›, Pastellkreide und Kohle auf Papier, 150 x 122 cm © ProLitteris

Bettina Carl · Nerz, 2020, aus der Werkgruppe, ‹Einsilbige Tiere›, Pastellkreide und Kohle auf Papier, 150 x 122 cm © ProLitteris

Hinweis

Bettina Carl

Brüssel — Seit Jahren arbeitet Bettina Carl (*1968) schon mit der Galerie DuflonRacz zusammen und nutzt jeweils das räumliche Angebot für installative Arrangements ihrer Zeichnungen. So auch anlässlich der Einzelausstellung ‹Take a Bone From a Dog›, in der Carl in dem schmalen, sehr hohen Ausstellungsraum ihre Arbeiten – unter anderem aus der jüngst entstandenen Werkgruppe ‹Einsilbige Tiere› – zu einer wandfüllenden Hängung formiert. Abstrahierte Leiber, anamorphotisch verzerrte Schädel, Texturen von Fell und Haut: Es sind Wesen im Zustand der Metamorphose, der Transfiguration von Mensch und Tier, in einem Stadium des Dazwischen. Häufig weisen die hochformatigen Blätter eine gezeichnete «Rahmung» auf, die einerseits das Bild stabilisiert, andererseits als eine Art Vorhang agiert, der für den Auftritt des Wesens – und auch des Bildes – beiseitegezogen wurde. Dies intensiviert auch den Eindruck, dass die oft angeschnittenen Körper in den multiperspektivischen Bildräumen quasi in Erscheinung treten, sich nur temporär im – oder als – Bild zeigen. Kohle, Pastellkreide und in einigen Fällen auch Aquarell und Kreideabrieb sind die Materialien, die Carl auf Papier einsetzt. Ihr unverwechselbares Aussehen verdanken die Bilder auch dem abwechslungsreichen Auftrag, der von gestischen Bewegungen bis zu präzisen Schraffuren reicht, wobei sie diese Elemente oft auch karikierend einsetzt.
Die farbenfrohen, teilweise auch «leichthändig» wirkenden Zeichnungen lassen sich als Kommentare lesen: zu Körperauffassungen und zur Emotionalität von Körperlichkeit, zu Vorstellungen vom Animalischen als etwas Unkontrollierbarem, das sich einem rationalen Zugriff entzieht. Neben der Konsequenz, mit der Bettina Carl diesen Themen nachgeht, beeindruckt auch ihr Interesse an immer neuen Herangehensweisen und Perspektiven, das jede Werkgruppe zu einer konzisen, individuellen Untersuchung von Inhalten und Ausdrucksmitteln werden lässt.

Bis 
24.10.2020

→ Galerie DuflonRacz Brüssel, Rivoli Building, bis 24.10. ↗ www.duflon-racz.chwww.rivoli.brussels/galleries

Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Bettina Carl 04.09.202024.10.2020 Ausstellung Brüssel/Uccle
Belgien
BE
Künstler/innen
Bettina Carl
Autor/innen
Irene Müller

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