Palazzina #8

Emanuel Rossetti · Gallery Bells, 2014, Ausstellungsansicht ‹Life & the Invitation& Vapour in Debri&›, The Modern Institute, Glasgow, 2014

Emanuel Rossetti · Gallery Bells, 2014, Ausstellungsansicht ‹Life & the Invitation& Vapour in Debri&›, The Modern Institute, Glasgow, 2014

Camille Lacroix · www.org, 2020, Ausstellungsansicht ‹Palazzina #8›, Palazzina, Basel, 2020. Foto: Géraldine Honauer

Camille Lacroix · www.org, 2020, Ausstellungsansicht ‹Palazzina #8›, Palazzina, Basel, 2020. Foto: Géraldine Honauer

Hinweis

Palazzina #8

Basel — Mit der Absage der Schau der Swiss Art Awards verlor die Schweizer Kunstszene nicht nur ein internationales Schaufenster, sondern auch eine Austauschplattform. Wollen die Nominierten dennoch ausstellen, ist Eigeninitiative gefragt! Eine solche hat das Palazzina in Basel ergriffen und in die Altbauliegenschaft nahe dem Warteck-Areal acht Nominierte eingeladen.
Erst im Juni 2019 an der Schweizergasse 2 von acht Kunstschaffenden als Ausstellungsort  und  Wohngemeinschaft in Zwischennutzung gegründet, hat sich das Palazzina rasch zu ­einem wichtigen Treffpunkt entwickelt. Mit dem Umzug in das Haus in Rheinnähe verzahnen sich nun Wohn- und Ausstellungsraum noch stärker; und da einige Bewohnende selbst von den «virtuellen» Awards betroffen waren, wurde kurzerhand entschieden, das Ausstellungsprogramm am neuen Ort früher als geplant zu starten.
An der Fassade macht ein Transparent von Dominic Michel den Auftakt, das einen Stras­senhund zeigt. Obwohl den Stadtraum frei durchstreifend, ist er doch mit der Ohrmarke identifizier- und kontrollierbar … Auf der Terrasse reagieren Neonlicht, Sodium und Latex miteinander in einer technoid-futuristischen Installation von Chloé Delarue, während im Gästezimmer bei Camille Lacroix surreale Pilze eine Art Telegrafenleitung bewachsen. Im Wohnzimmer greifen hochformatige Malereien aus der Serie ‹Emotional Forecast› von Natacha Donzé passend die Codes dekorativer Raumelemente, etwa aus Luxushotels, auf. So divers wie diese und die weiteren beteiligten Positio­nen (­Caroline Bachmann, Kaspar Ludwig und Grégory ­Sugnaux), so abwechslungsreich sind die für den Ort neu adaptieren Werke, wobei es für Kunstaffine zusätzlich reizvoll ist, sich auf dem Rundgang zu fragen, wer nun wen der Gezeigten angefragt hat.
Im Treppenhaus erinnern Fotos von Emanuel Rossetti an den indirekten Anstoss zur Ausstellung – das Coronavirus: Rossetti unternahm im Lockdown mit seiner Kamera Streifzüge an den Landesgrenzen. Mit der Fischaugenlinse aufgenommen, rekurrieren die Bilder auch auf den Türspion als Durchgangszone zwischen Innen und Aussen. Einige Motive sind auf Plakatwänden gar wieder im Aussenraum zu sehen, dank einer Aktion der Liste. Die Messe wurde zuletzt leider ebenfalls ins Internet verlagert, sodass beim Verfassen dieses Textes Ende August bloss noch die Kunsttage Basel als Initiative des angestrebten «Kunstherbstes» für die Region in Aussicht standen. Sie bündelten im September das Programm von 44 Kunstorten, darunter auch das des ­Palazzina.

Bis 
11.10.2020

→ Palazzina #8, bis 11.10.; auf Anmeldung: info@palazzina.chwww.palazzina.ch

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