Pavel Pepperstein im Kunsthaus

Pavel Pepperstein · Traum und Museum, 2002, Tuschzeichnung

Pavel Pepperstein · Traum und Museum, 2002, Tuschzeichnung

Hinweis

Pavel Pepperstein im Kunsthaus

Traum und Museum: Ein Kugelblitz im Museum, und ein Russe, der den glühenden Energieball zwischen den Meisterwerken mit feuerfestem Handschuh zu packen versucht. Die Träume, welche den Moskauer Künstler Pavel Pepperstein inspirieren und mit welchen er die Wirklichkeit durchsetzt, sind beunruhigend und dynamisierend zugleich. Kreativität und Neuerung sind immer auch mit Destruktion und Recycling verbunden. Seinen fünften Auftritt im Kunsthaus Zug, welches ihn im Rahmen des Projektes «Sammlung» zu einer mehrjährigen Zusammenarbeit eingeladen hat, nutzte er, um mit seinen eigenen Wandarbeiten und Zeichnungen in einen äusserst intelligenten und künstlerisch brillianten Diskurs mit den Beständen des Museums zu treten. Aus dem Archiv holte er steinerne Statuen, Gemälde, Porträts, Zeichnungen von bekannten und vergessenen Grössen. Zu einer Zeichnung von Meret Oppenheim erzählt er einen Traum von Sigmund Freud, eine Reihe von Porträts ergänzt er mit eigenen Wandmalereien zu einer ins Endlose führenden Porträtgalerie und eine wunderbar laszive Darstellung Egon Schieles von Zeus, der Danae als Schwan umfängt, lässt Pepperstein in seinen eigenen psychedelischen Tuschzeichnungen, Aquarellen und Traumerzählungen weiter mäandern. Das auf Initiative von Matthias Haldemann gestartete Projekt, welches dem Kunsthaus und der Stadt Zug die Gelegenheit einer vertieften Zusammenarbeit mit einzelnen ausgewählten Künstlern gewährleisten soll, ist hierzulande einzigartig. Dass der Künstler mittlerweile in einer Schule, einer Filiale der Credit Suisse und einem Gefängnis seine Wandmalereien hinterlassen hat, tröstet etwas darüber hinweg, dass seine Spuren im Kunsthaus Zug nach Ausstellungsende immer wieder übermalt werden. Kreativität erscheint in Peppersteins Werken immer als Geschenk, als schwebende Präsenz, die sich ständig auch wieder zu entziehen droht. Kreativität ist Anarchie, der Griff nach dem Kugelblitz ist ebenso verlockend wie gefährlich. Doch wer einmal mit dem pulsierenden Energieball konfrontiert worden ist, wird ihm immer wieder nachspüren.

Bis 
02.11.2002

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