Stephan Melzl/Martin Wehmer im Kunsverein

Martin Wehmer ? ohne Titel, 2002, Öl auf leinwand, 240 x 470 cm; Foto: Bernhard Strauss

Martin Wehmer ? ohne Titel, 2002, Öl auf leinwand, 240 x 470 cm; Foto: Bernhard Strauss

Hinweis

Stephan Melzl/Martin Wehmer im Kunsverein

Martin Wehmer (*1966) lässt nichts unversucht. Und er tut dies in einem Medium, das eigentlich schon tausend Tode gestorben ist. Die Malerei des in Freiburg lebenden Künstlers ist kraftvoll in den Farben und ausgreifend in der Geste. Auf seinen extremen Breitwandformaten lässt er Farbe in elliptischen Bahnen kreisen. Zentimeterdick trägt er sie auf mit Pinsel und Spachtel oder direkt aus der Tube. Der Raum scheint fast zu bersten vor ihrer schieren Präsenz. An der Konstruiertheit der konzentrischen Farbbahnen aber erweist sich die Sinnlichkeit als blosse Behauptung. Durch diesen Widerspruch öffnet Wehmer den
Bildraum für eine pointierte Auseinandersetzung über die Bedingungen von Malerei, über Geste und Kalkül, Nähe und Distanz, Farbe und Raum. Wehmers Bilder funktionieren wie gute Rocksongs. Ihren Groove beziehen sie aus der dynamisch angelegten Konkurrenz von Unmittelbarkeit und Künstlichkeit. Stephan Melzl (*1959, lebt in Frankfurt) geht im oberen Stock-werk narrativen Verdichtungen nach. In seinen Bildern finden sich traumhaft surreale Momente und zugleich befreiend ironische und absurde Partikel. Der Künstler scheint zwischen zwei verschiedenen Blicken, zwei verschiedenen Annäherungen an seine Figuren zu schwanken. Er beschreibt sie zärtlich und geradezu vorsichtig dilettantisch, zugleich verdichten sie sich zu marionettenhaften Puppen, die man als manipulierbare und ausgelieferte Wesen verstehen kann. Je mit Publikation.
An der Regionale 2002 (ab 30.11.) wird Martin Wehmer einen eigenen Raum in der Kunsthalle Basel bespielen.

Bis 
02.11.2002

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