Peter Welz im Louvre

Peter Welz, William Forsythe · Retranslation, Final Unfinished, Porträt Francis Bacon, 2005, Ausschnitt der choreographischen Installation (Multimedia), © William Forsythe, Peter Welz, Dublin City Gallery, The Hugh Lane and the estate of Francis Bacon, ADAGP

Peter Welz, William Forsythe · Retranslation, Final Unfinished, Porträt Francis Bacon, 2005, Ausschnitt der choreographischen Installation (Multimedia), © William Forsythe, Peter Welz, Dublin City Gallery, The Hugh Lane and the estate of Francis Bacon, ADAGP

Hinweis

Peter Welz im Louvre

Peter Welz ist Bildhauer, widmet sich dem Problem der Figur im Raum. Doch statt Material wie Stein oder Bronze zu bearbeiten, bildet er Räume nach oder zeichnet jene auf, die sich durch die Präsenz des Menschen ergeben. Welz, Kaiserring-Stipendiat des Mönchehaus-Museums 2005, geht den Spuren von Künstlern nach, legt sie, wenn er beispielsweise seine «fake walls» (kulissenartige Betonwände) baut und darauf Videobilder projiziert, diese wiederum abfotografiert und zu Collagen zusammensetzt, in Schichten übereinander. William Forsythe tanzt für ihn improvisiert mit an seinem Körper befestigten Kameras, interpretiert einen Text von Beckett. Welz filmt Forsythe, zeichnet danach dessen Bewegungen vom Bildschirm ab. Auf transparenter Folie vor dem Bildschirm präsentiert, gibt die nachträglich aufgezeichnete Linie scheinbar die Bewegungen vor. «Airdrawings» nennt er diese Arbeiten, seine grossen Video-Installation «whenever on on on nohow on | airdrawing» wurde 2005 in The Renaissance Society, Chicago, gezeigt und von Harald Falkenberg in seine Sammlung aufgenommen. «Retranslation | Final Unfinished Portrait (Francis Bacon)», erneut eine mit Forsythe gemeinsam erstellte Arbeit, ist nun in der Galerie de la Melpomène des Louvre zu sehen, ergänzt um das originale Bacon-Porträt. Sie bildet den Kern für «corps étrangers», eine von Toni Morrison vorgeschlagene Gegenüberstellung von Zeichnungen und filmischen Werken in der Salle Molien. So lassen sich die Verbindungen zwischen der bildhauerischen Arbeit und getanztem Raum herstellen. «Der Sinn des Raumes ist die Erscheinung des Menschen», zitiert Welz Francis Bacon und fährt fort: «Mir geht es darum, diese Erscheinung aufzuzeichnen.» Der 34-jährige Berliner zeigt die Kommunikation der Körper. Zusammen mit Forsythe und Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison wird er am 8.11. im Louvre zu der Frage diskutieren, ob der Körper uns ein Zuhause sein kann.
Welz ist ausserdem zu sehen in: Jenseits des Kinos: die Kunst der Projektion, Hamburger Bahnhof, Berlin, bis 25.2.07.

Bis 
24.02.2007
Autor/innen
J. Emil Sennewald
Künstler/innen
Peter Welz

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