Digitalisierte Video-Bestände im Kunsthaus Zürich

Eric Lanz · Choses 1, 1999, Still, Kunsthaus Zürich, Video-Sammlung, © 2007 ProLitteris, Zürich

Eric Lanz · Choses 1, 1999, Still, Kunsthaus Zürich, Video-Sammlung, © 2007 ProLitteris, Zürich

Hinweis

Digitalisierte Video-Bestände im Kunsthaus Zürich

Die bequem eingerichtete Video-Lounge im Erdgeschoss des Kunsthauses lädt zum Verweilen ein. An fünf Monitoren kann man sich durch 23 Künstler-Videos zappen. Mehrere Jahre hat das Kunsthaus dafür verwendet, die Bestände aus seiner umfassenden, bedeutenden Sammlung nationaler und internationaler Videokunst der letzten 40 Jahre zu digitalisieren und allzu schadhafte Bänder zu ersetzen. Damit ist der reichhaltige Bestand dem Publikum zugänglich gemacht und kann über die Website der Kunsthausbibliothek eingesehen und in der Bibliothek auf DVD visioniert werden.
Zu sehen sind Filme von Gilbert & George, Gordon Matta-Clark, Jochen Kuhn, Cao Fei, Peter Regli und vielen anderen sowie die schrägen Music-Clips des Schweizer Musiker-Duos Dieter Meier und Boris Blank. Besonders eindrücklich ist zum Beispiel die Videoarbeit «Under discussion», 2005, von Jennifer Allora und Guillermo Calzadilla. Gefilmt ist da ein junger Mann, der auf einem mit Aussenbordmotor betriebenen, umgekehrten Konferenztisch die Insel Vieques umfährt. Hier trainierte das US-Militär bis 2003 Bombenabwürfe. Eingeblendete Filmsequenzen aus der Höhe weisen auf die verheerenden
Umweltschäden hin. Physisch geradezu unangenehm mutet der Film «Choses I, 1999, von Eric Lanz an, der Gegenstände und Materialien wie Haut, Schwamm, Fleisch und Teig durchwühlt und -knetet. Nicht zu vergessen die Video-Rosine «Forum», 2000, von Gabriela Gerber und Lukas Bardill, die Filmmaterial des WEF 2000 in Davos derart verdichtet haben, dass der Effekt von insektengleich durch die Luft schwirrenden Hubschraubern erzeugt wurde, womit die Überwachung des WEF ad absurdum geführt wird. Im hintersten Raumabschnitt schliesslich treffen wir auf die Uraufführung der Videoinstallation «The game is over» von Ingeborg Lüscher. Mit stillen, wunderschönen Naturaufnahmen aus Gegenden des Irak, die immer wieder von ratternden, die Landschaft durchpflügenden Panzern unterbrochen werden, kommentiert sie den Irak-Krieg und rekurriert dabei auf kriegstreiberische Floskeln von George W. Bush wie «The game is over».

Bis 
17.11.2007

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