Franz Wanner - Im Gefälle der Malerei

Franz Wanner · Dunkelbach, 2007, Pigment auf Leinwand, 229 x 170 cm

Franz Wanner · Dunkelbach, 2007, Pigment auf Leinwand, 229 x 170 cm

Hinweis

Franz Wanner - Im Gefälle der Malerei

Es ist schon beeindruckend, mit welcher Passion Franz Wanner (*1955 Wauwil) sich der Malerei verschrieben hat. Der in Walenstadt-Berg wohnende Luzerner Maler macht sich viele Gedanken über das Wesen der Kunst und stellt sich den Grundfragen der Malerei. Schon seit seinen malerischen Anfängen - nach einer Steinbildhauerlehre besuchte er die Schule für Gestaltung in Luzern und die Akademie der bildenden Künste in Wien - stand er in intensivem Dialog mit der Kunstgeschichte und stellte sich mit Bildern wie «Rembrandt im Atelier» oder «Malewitsch auf dem Totenbett» ganz bewusst in eine künstlerische Tradition. «Kunst ist gegen den Zeitgeist», sagt Wanner und verfolgt entgegen aller Modeströmungen seinen Weg. Auch wenn er sich seine Bilder in einem langwierigen Prozess erarbeitet, strebt er nicht unbedingt nach virtuos perfekten Kunstwerken. Vielmehr ist es ihm ein Anliegen, in seinen Werken die künstlerische Essenz sichtbar werden zu lassen. Ihre schwer fassbare Eigenschaft beschreibt Wanner als ein stets fliessendes, sich veränderndes und doch immer präsentes Fluidum. Im Motiv des Wasserfalls konnte er dieses Phänomen inmitten von Landschaften, die von seiner bergigen Umgebung inspiriert sind, auf einem Stück Leinwand fokussieren. Von der Wucht der Wasserfälle fühlt man sich in den Räumen der Galerie Silvia Steiner eingenommen, nicht nur in ästhetischer, sondern auch in energetischer Hinsicht, verbreiten sie doch eine luftig, vibrierende Atmosphäre. Unvergleichlich das Farben- und Augenfest auch der Seen- und Berg-Landschaften, die aus vielen Schichten aufgebaut sind. Das intensive Türkis eines Sees, das im wolkigen, kobaltblauen Himmel aufgeht, eine in vielen Grüntönen leuchtende Tanne am Berghang oder ein in den Widerschein des Abendlichts getauchter Berg. Derart schafft Wanner mit seinen Bildern Erlebnisräume und man fühlt sich an das berühmte Zitat von Paul Cézanne erinnert: «Kunst ist eine Harmonie, die parallel zur Natur verläuft.»

Bis 
12.12.2008
Autor/innen
Dominique von Burg
Künstler/innen
Franz Wanner

Werbung